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Emerging Markets

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08.10.2009 10:28
Rubrik: Themenspecial Emerging Markets

Schwellenländer: Warum BRIC-Fonds nach dem Absturz wieder auf der Kaufliste stehen

Quelle: istock

Solides Wachstum, kaum Schulden – und konsumiert wird auch noch: Die Volkswirtschaften der Schwellenländer bieten derzeit all das, was den Industrieländern fehlt.

„Wir werden auch 2010 eine stabile und starke Erholung an den Börsen der Schwellenländer sehen”, schreibt Morgan-Stanley-Volkswirt Jonathan Garner. Der Experte für die aufstrebenden Regionen dieser Welt liefert in seiner aktuellen Analyse auch gleich die Rendite mit, um die es 2010 im Schnitt für die Börsen der Emerging Markets nach oben gehen soll: 32 Prozent.

Das sind immerhin 21 Prozentpunkte mehr, als Garner noch vor wenigen Monaten prophezeit hat. Reine Kaffeesatzleserei? Mitnichten, die Analysen haben Methode: Garner setzt Aktienbewertungen und volkswirtschaftliche Kennziffern in Relation zueinander und leitet daraus seine Prognosen ab.

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Die Experten von J.P. Morgan indes berufen sich für ihren positiven Ausblick auf die Geschichte: Wenn das Kurs-Buchwert-Verhältnis (Aktienkurs im Verhältnis zum Gesamtwert des Unternehmens) in den Schwellenländern weniger als 1,5 beträgt und die Dividendenrendite 2,5 Prozent überschreitet, haben die Börsen der Emerging Markets zumindest in der Vergangenheit immer mindestens fünf fette Jahre aufs Parkett gelegt.

Und danach sieht es auch jetzt wieder aus. Umso mehr, als in den vergangenen Wochen viel vom Frühlingserwachen der Weltwirtschaft die Rede war. Die Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur schon bald stabilisiert, haben sich zumindest verdichtet.

Eine Region ist allerdings schon mindestens einen Schritt weiter: Asien. Diese Botschaft signalisieren die jüngsten Exportzahlen. In den vergangenen Monaten sind die Ausfuhren etlicher Länder nach China regelrecht in die Höhe geschnellt.

Die Exporte Taiwans haben zuletzt wieder um rund 30 Prozent zugelegt, nachdem sie zu Jahresbeginn noch um mehr als 40 Prozent einbrachen. Eine ganz ähnliche Erfolgsmeldung können die australischen Rohstoffunternehmen verbuchen. Ihre Ausfuhren nach China sind sogar noch stärker gestiegen. Gleichzeitig erweist sich der Konsum als tragfähige Stütze des chinesischen Wirtschaftswachstums.

Auch die Inder haben das Kaufen nicht verlernt. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach dem erstmals im eigenen Land produzierten Billig-Auto Tata Nano ist so groß, dass die ersten 100.000 Wagen per Los einen Besitzer finden mussten, es lagen weit über 200.000 Bestellungen vor.

Nach einer Schätzung der Regierung dürfte sich der jährliche Autoabsatz bis Ende 2015 verdreifachen. Auch Honda India kann sich vor Bestellungen von Motorrädern kaum retten und verkaufte im ersten Quartal so viele Zweiräder wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte.

„Asien ist die Speerspitze der weltwirtschaftlichen Erholung”, sagt Morgan-Stanley-Experte Garner. Die Region zieht Brasilien mit und befeuert infolge gestiegener Ölpreise auch wieder die russische Börse. Für die exportorientierten deutschen Unternehmen sind dies ebenfalls sehr gute Nachrichten.

Zwei weitere Pluspunkte, die für den soliden Zustand der Schwellenländer sprechen: Im Gegensatz zu den Industriestaaten ist die Verschuldung niedrig und die Sparquote hoch. Im Bankensektor liegt das Verhältnis zwischen Krediten und Einlagen generell bei unter 100 Prozent, und die Banken haben aufgrund ihrer konservativen Kreditpolitik kaum Schwierigkeiten.

„Eigentlich verbietet es sich, bei China und Co. von Emerging Marktes zu reden”, sagt Allan Christensen. „Ihr seid Wachstum, und die USA und Japan sind Emergency Markets”, so der für Asien zuständige Fondsmanager der dänischen Gesellschaft Jyske Invest. Freilich: Noch kann China die Rolle einer alleinigen globalen Konjunkturlokomotive nicht übernehmen. Dazu ist der Anteil an der Weltwirtschaft mit 7 Prozent (USA: 23 Prozent) immer noch zu klein. Schade eigentlich.

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