Rentenfonds-Glossar

Duration

Die Duration gibt an, wie viele Jahre das Geld bei einem festverzinslichen Wertpapier im Durchschnitt gebunden ist. Die Duration ist bei normalen Anleihen stets kürzer als die Restlaufzeit. Die zwischenzeitlichen Zinszahlungen sorgen dafür, dass bereits vor Laufzeitende Geld an den Anleger zurückfließt.

Emittent

Als Emittent oder Emittentin wird eine Institution bezeichnet, die sich auf dem Kapitalmarkt Geld besorgt und dafür Wertpapiere ausgibt oder mit Hilfe eines Bankenkonsortiums ausgeben lässt. Bei der Beschaffung von Eigenkapital werden Aktien emittiert, während Fremdkapital durch das Ausgeben von Schuldverschreibungen aufgenommen wird.

High Yield

Bei High Yield-Anleihen handelt es sich um Anleihen von Unternehmen, die durch Rating-Agenturen eine schlechte Bewertung erhalten haben (definitionsgemäß im Bereich Non-Investmentgrade). Bezogen auf das Rating von Standard & Poor’s zählen Unternehmen mit einem Rating von BB+ und schlechter zum Non-Investmentgrade-Bereich. Der Vorteil für Anleger: Durch die angeblich schlechte Bonität zahlen solche Schuldner höhere Zinsen für ihre Kredite – also auch an die Anleihe-Inhaber.

Investmentgrade

Investmentgrade-Anleihen sind Anleihen, denen Rating-Agenturen eine gute Schuldnerqualität bescheinigen. Bezogen auf die Rating-Skala von Standard & Poor’s zählen Unternehmen mit einem Rating von AAA bis BBB- zum Investmentgrade-Bereich.

Pari

Als pari wird der Preis eines Wertpapiers bezeichnet, wenn er dem Nennwert des Papiers entspricht. Liegt der Preis über dem Nennwert spricht man von über pari, liegt er darunter spricht man von unter pari.

Rating

Das Rating einer Anleihe gibt an, wie zahlungsfähig und zahlungswillig ein Emittent voraussichtlich ist. Es ist damit eine Note für die Bonität. Das Rating wird durch eine externe, unabhängige Rating-Agentur vergeben. Die bekanntesten Rating-Agenturen sind Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch.

Rendite

Die Rendite einer Anleihe ist der aufs Jahr gerechnete Gesamtertrag, den das verzinsliche Wertpapier bringt. Sie ergibt sich aus dem Zinskupon und der Veränderung des Kurswerts der Anleihe.

Rentenfonds

Ein Rentenfonds ist ein Investmentfonds, der ausschließlich oder überwiegend festverzinsliche Wertpapiere enthält. Der Wertzuwachs des Fonds entsteht durch die Zinszahlungen sowie den Handel mit den gehaltenen Wertpapieren.

Staatsanleihen

Staatsanleihen sind Anleihen, die von der öffentlichen Hand und anderen staatlichen Körperschaften ausgegeben werden.

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen (auch Corporate Bonds) sind Anleihen, die von Unternehmen ausgegeben werden.

Zinskupon

Der Zinskupon oder auch Zinsschein ist der Abschnitt eines Wertpapiers, der zur Einlösung des Zinses berechtigt. Im Börsenjargon wird dieser Begriff auch als Synonym für den Nominalzins einer Anleihe verwendet. Dabei besagt ein Kupon von 6 Prozent, dass zum Zinstermin 6 Prozent des Nominalwerts als Zins gezahlt werden.

Zinskurve

Die Zinskurve (auch Zinsstrukturkurve) gibt den Zusammenhang zwischen (Rest-)Laufzeit und der Rendite einer Anleihe wieder. Mit kurzem Ende bezeichnet man die Laufzeit bis zu einem Jahr und mit dem langen Ende die Laufzeit ab circa fünf Jahren bis zu zehn Jahren in Deutschland und bis zu dreißig Jahren in den USA.

Vier Jahrzehnte Gerling Rendite Fonds

Rentenfonds wird 40 Jahre alt

Seit vier Jahrzehnten in der Erfolgsspur: Der Gerling Rendite Fonds. Dabei hat der Rentenfonds schon zahlreiche Krisen hinter sich gelassen. Und dennoch kann er seit Auflage einen Wertzuwachs von fast 1.500 Prozent vorweisen.

Ampega Gerling Rendite Fonds

Der Rentenmarkt in Zahlen

Der Rentenmarkt in Zahlen

Es gibt 1.391 Rentenfonds, Norwegen ist der beste Schuldner der Welt und für 63,0 Billionen Dollar könnte man alle börsennotierten Anleihen kaufen.

Was ist eine Anleihe?

Was ist eine Anleihe?

Bei Anleihen weiß der Anleger, was er bekommt – jedoch nur solange er die Papiere nicht an der Börse handelt. Dann sind Verluste, aber auch hohe Renditen möglich.

Experten über die Rentenmärkte

Dietmar Zantke bei Börse Stuttgart TV

31.08.2010 09:44
Rubrik: Themenspecial Rentenfonds

Rentenfonds à la Franziskaner

Foto: Missionszentrale der Franziskaner e.V.

Ordensbrüder und Geldanlage, passt das zusammen? Ja, finden die Franziskaner und haben im vergangenen Jahr zusammen mit Ampega Gerling den geldmarktnahen Rentenfonds terrAssisi Renten I AMI (WKN: A0NGJV) aufgelegt – eine sicherheitsorientierte Geldanlage mit strengen ethischen Ansprüchen.

Rund 800 Jahre ist es her, als Franz von Assisi begann, sich um ausgegrenzte und arme Menschen zu kümmern. Diesem Vorbild folgen die Brüder des von ihm gegründeten Franziskaner-Ordens bis heute. Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung – kurz GFBS – sind ihre Ziele. Aber auch der menschenwürdige Umgang mit Geld steht seit Jahrhunderten auf der Agenda. Schon im 15. Jahrhundert verschmähten die Franziskaner Wucherzinsen und gründeten in Italien ein Pfandleihhaus, das nur den kostendeckenden Zins verlangte.

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Jetzt nehmen sie sich auch der Geldanlage an. Im April vergangenen Jahres legte Ampega Gerling auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner den terrAssisi Renten I AMI auf. Das Fondsmanagement kommt von Ampega Gerling, die Franziskaner geben Anlageregeln vor, die sich an Leitlinien im Geiste ihres Ordensgründers orientieren.

Dritter Partner ist Oekom Research. Die Nachhaltigkeitsexperten bewerten Unternehmen und Staaten anhand eines umfangreichen Katalogs von ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien. Die Notenskala reicht von A+ für außergewöhnliche Leistungen bis D- für mangelndes Engagement im Nachhaltigkeitsbereich. Fondsmanager Bernd Feldhaus darf nur Anleihen von Unternehmen erwerben, die Oekom mindestens mit C bewertet, die Staaten müssen ein B+ oder besser aufweisen. Deutschland zum Beispiel ist mit B+ bewertet.

Ausschlusskriterien der Franziskaner

Der nächste Filter sind die Ausschlusskriterien der Franziskaner. Unternehmen und Staaten, die den ethischen Ansprüchen der Brüder nicht genügen sind für Feldhaus tabu. Im Vergleich zu anderen nachhaltigen Fonds fällt hier vor allem das Schöpfungs-Thema auf. Anleihen von Staaten, in denen Euthanasie erlaubt ist, kommen ebenso wenig ins Portfolio wie Titel von Unternehmen, die mit verbrauchender Embryonenforschung zu tun haben.

Die Ausschlusskriterien für Staaten sind relativ präzise definiert. Beispiele: Als Verstoß gilt Kinderarbeit, die nicht ausdrücklich von der ILO (International Labour Organisation) erlaubt ist oder ein Rüstungsbudget, das 3 Prozent oder mehr des Haushalts beträgt. Weitere Länder-Negativkriterien sind Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen, Atomwaffenbesitz, starke Nutzung von Atomenergie, ein totalitäres Regime, Todesstrafe, Geldwäsche, Korruption, mangelnder Klimaschutz. Zudem nimmt Feldhaus Abstand von Unternehmen, die in den Bereichen Rüstung, Biozide, Glückspiel, Pornografie oder Tierversuche tätig sind, ebenso von Firmen mit ethisch kontroversen Wirtschaftspraktiken und Unternehmen, die Kinderarbeit nutzen, Arbeits- oder Menschenrechte verletzen.

Der Rentenfonds ist sehr sicherheitsorientiert, das Risiko wird durch kurze Zinsbindungen gering gehalten. Feldhaus kauft Anleihen mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 24 Monaten. Sie sind alle in Euro notiert, und ihre Emittenten haben mindestens ein Bonitäts-Rating von A- von Standard & Poor’s. Staatsanleihen und Pfandbriefe stehen im Vordergrund. Unternehmens- und Bankenanleihen dürfen je maximal 20 Prozent des Volumens ausmachen. Bis zu 49 Prozent des Volumens darf in Bankguthaben angelegt sein, jedoch nur bei Banken, die den Kriterien von Oekom-Research und den Franziskanern entsprechen.

Hilfe von „oben“ bekommt Feldhaus allerdings nicht, daher müssen sich seine Anleger – wie alle anderen auch – im aktuellen Zinsumfeld mit wenig Rendite begnügen. Seit Auflage liegt der Fonds knapp 4 Prozent im Plus, seit Jahresanfang (bis zum 25. August) 1,7 Prozent – nicht üppig, aber Morningstar zufolge mehr als vergleichbare Fonds im Schnitt erzielten und das mit äußerst geringen Schwankungen von weniger als 1%.

Von: Sabine Groth

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