Thomas Mayer Flossbach-von-Storch-Research-Experte zur Zukunft von Bitcoin

Thomas Mayer leitet das Flossbach von Storch Research Institut, das das Kölner Fondshaus als seine unabhängige

Thomas Mayer leitet das Flossbach von Storch Research Institut, das das Kölner Fondshaus als seine unabhängige "Denkfabrik" bezeichnet. Mayer war zuvor Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank. Foto: Flossbach von Storch

Ob Kryptowährungen eine Zukunft haben? Ja, aber noch sei nicht klar, welche Währung sich durchsetzen werde. In seinem Vortrag während der Jahresauftaktveranstaltung der Hamburger Makler-Servicegesellschaft NFS Netfonds hat Thomas Mayer in die mögliche Zukunft von Bitcoin und anderen Kryptowährung geschaut. Mayer ist Gründer und Leiter des Flossbach von Storch Research Instituts. Das Analyse-Unternehmen ist ein Ableger der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch.

Research-Experte Mayer erinnerte an die ideelle Wurzel der Pionierwährung Bitcoin – ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber dem herrschenden Kreditgeldsystem. Durch Kredite lasse sich bei traditionellen Währungen die Geldmenge sehr einfach erhöhen. Ausuferndes Gelddrucken führe immer wieder zu Unfällen in Form von wirtschaftlichen Folgeproblemen. Bei Bitcoin dagegen deckele ein Algorithmus die Menge an verfügbarem Geld.

Knackpunkt Transaktionskosten

Ein weiterer Vorteil, den sich der legendäre Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto erhofft habe: günstige Transaktionsaktionskosten. Genau hier liegt laut Mayer jedoch ganz konkret bei Bitcoin der Hund begraben. Denn der Bitcoin-Algorithmus bewirke, dass mit zunehmender Anzahl an Transaktionen diese auch immer teurer würden. Bitcoin könne daher traditionelles Geld nicht ersetzen – es werde ein Nischenprodukt bleiben.

Der Analyse-Experte von Flossbach von Storch kann sich vorstellen, dass in Zukunft sowohl Staaten als auch Firmen eigene Kryptowährungen erschaffen könnten. Ein Krypto-Dollar, den die Fed ausgibt, könne dann zum Beispiel mit einem Amazon-Coin rivalisieren, skizzierte Mayer.