Tipps & Tricks: Die Grenze des günstigen Datenvolumens

Dirk Cosmar

Dirk Cosmar

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Über die regelmässigen Ankündigungen, eine Drosselung bei DSL-Tarifen ab einer gewissen Datennutzung durchzuführen, können die meisten Smartphone- und Tablet-Nutzer nur müde lächeln. Sie sind es gewohnt, dass ihre mobilen Internetflatrates nur für ein bestimmtes Volumen im Highspeed-Modus funktionieren. Leider stoßen immer mehr Smartphone-Nutzer genau an diese Grenze. Beispielsweise verbraucht der durchschnittliche Android-Nutzer 870 Megabyte (MB) im Monat.

Gleichzeitig wird von Experten prognostiziert, dass sich das gesamte mobile Datenvolumen 2013 verdoppeln wird. Zum einen steigt die Anzahl der Smartphone-Nutzer beständig, zum anderen werden mobile Internetdienste immer intensiver genutzt.

Von daher ist zu vermuten, dass sich die Bereitschaft der Provider, zukünftig dem einzelnen Nutzer mehr unbegrenztes Surfvolumen zuzugestehen, in engen Grenzen hält. Als Folge müssen sie nämlich ihre Infrastruktur dem Wachstum beim Datenvolumen anpassen.

Die Stellschrauben beherrschen

Umso wichtiger ist es, seinen eigenen Datenverbrauch zu kontrollieren und zu optimieren. Ansonsten müssen Nutzer am Ende des Monats Volumenpakete nachkaufen oder mit einer Drosselung der Übertragungs-Geschwindigkeiten rechnen, die an die Internetsteinzeit erinnern.

Die dafür notwendigen Stellschrauben sind nicht alle offensichtlich, denn es ist nicht nur der eigene Konsum beim Surfen oder Mailen, der das Daten-Volumen beeinflusst. Ein nicht zu unterschätzender Anteil wird auch durch Apps verursacht, die im Hintergrund Daten austauschen, durch Betriebssystem-Updates oder Synchronisationsvorgänge verschiedenster Cloud-Anwendungen.

Problem erkannt, Problem gebannt

Die erste Analyse sollte dem eigenen Konsumverhalten gelten. Erwartungsgemäß sind Streaming-Dienste, die kontinuierlich Daten übertragen, die größten Datenfresser. Dazu gehören neben Videodiensten (bei optimierter Auflösung 1 MB pro Minute) auch Internetradios (je nach Qualität 20 bis 60 MB je Stunde) oder Skype (pro Skype-Anruf circa 1 bis 3 MB je Minute).

Im geringeren Maße tragen der Aufruf von Websites und Blogs (pro Aufruf einer Seite zwischen 50 Kilobyte und 1 MB), Empfang und Versand von E-Mails (pro Mail zwar nur etwa 10 KB, problematisch sind in diesem Kontext aber vor allem Anhänge) zum Datenverbrauch bei.

Dazu kommen manuell ausgelöste Updates von installierten Apps oder des Betriebssystems. Gerade bei Streaming-Diensten und Updates lohnt es sich, diese hauptsächlich in einem WLAN durchzuführen. Im Anschluss sollte man prüfen, ob Hintergrunddienste vom Nutzer unbemerkt Daten übertragen.

Bei der Analyse des gesamten Datenverbrauchs kann man auf verschiedene Anwendungen zurückgreifen. Am einfachsten haben es Nutzer mit Android 4.x mit dem Datennutzungsmanager (Einstellungen/Drahtlos & Netzwerke Datenverbrauch). Dieser zeigt, auch einzeln nach Apps, für definierbare Zeiträume an, welche Anwendung welches Volumen im Vordergrund und Hintergrund verbraucht. Bei älteren Android-Versionen empfiehlt sich die Nutzung von Zusatz-Apps wie 3G Watchdog, DroidStats oder My Data Manager.

Die Möglichkeiten unter iOS sind leider weniger komfortabel. Auf Betriebssystemseite gibt es nur die Übersicht, welches Datenvolumen seit dem letzten Zurücksetzen eines Zählers gesendet und empfangen wurde (Einstellungen/Allgemein/Benutzung/Mobile Datennutzung). Komfortabler sind die Service-Apps der großen Provider, gute Dienste leisten auch kostenlose Apps wie DataMan Next oder Data Monitor.