Top-Seller-Fonds der Maklerpools Hauptsache flexibel – und krisenerprobt

Neu in den Top-Ten: Meritum-Gründer Jan Meister

Neu in den Top-Ten: Meritum-Gründer Jan Meister

Plus 14, plus 9, plus 13, plus 9, plus 5 Prozent – an der Performance des Flossbach von Storch Multiple Opportunities in den vergangenen fünf Jahren gibt es beim besten Willen nichts zu kritteln. Fondsmanager Bert Flossbach liefert mit seinem Team Ergebnisse, von denen Festgeld-Sparer und viele andere Fondskäufer nur träumen können. Wenn sein Fonds im Oktober 2017 zehnjähriges Bestehen feiert, dürfte er auch über diesen Zeitraum den meisten Konkurrenten meilenweit vorauseilen, denn die Finanzkrise im Jahr 2008 überstand er ohne größere Blessuren.

Kein Wunder also, dass der Multiple Opportunities bei Finanzprofis seit Jahren als Basis-Investment gesetzt ist. Das zeigt auch der jüngste Blick auf die Absatzlisten der großen deutschen Maklerpools: Bei BCA, Jung, DMS & CieFondsKonzept und Netfonds liegt er zum Stichtag 31. Dezember unangefochten auf Rang 1, bei Argentos auf Rang 2. Nichts Neues an dieser Stelle also – nahezu für das gesamte Jahr 2016 ergibt sich wie für 2015 und 2014 rückblickend dasselbe Bild.

Gleichwohl zeigt sich in den monatlich erstellten Listen immer wieder, dass die Berater durchaus auf der Suche nach Alternativen sind. Dabei reicht es offenkundig nicht, dass ein solches Alternativprodukt im zurückliegenden Aufschwung überzeugende und vor allem konstante Ergebnisse präsentiert hat. Es muss auch über einen ähnlich erfahrenen Manager verfügen sowie über die nötige Flexibilität, um mit künftigen Kapriolen an den Kapitalmärkten fertigzuwerden.

Beides trifft sicher auf den Deutsche Concept Kaldemorgen zu, der sich in der nach Punkten aufaddierten Top-Seller-Liste für Dezember (siehe Tabelle) auf Rang 3 vorgeschoben hat. Zwar ist dieser Fonds erst im Frühjahr 2011 aufgelegt, weist also für die kritischen Monate der Finanzkrise keine Daten auf. Fondsmanager Klaus Kaldemorgen gehört hierzulande allerdings zu den dienstältesten Portfolioverwaltern überhaupt, und in punkto Flexibilität steht der Deutsche Concept Kaldemorgen dem Flossbach von Storch Multiple Opportunities in nichts nach – auch wenn die jährlichen Zuwächse mit 11, 6, 7, 3 und noch einmal 7 Prozent für 2016 in den vergangenen fünf Jahren insgesamt eine Nummer kleiner ausfallen.

Top-Seller: Die meistverkauften Fonds

DER FONDS fragt monatlich bei Maklerpools und Direktbanken, welche Fonds sich am besten verkaufen. So wird die Gesamt-Liste berechnet.

Rang Rang
Vormonat
Fonds Kategorie Punkte
gesamt
Perf. 2016*
1 1 FvS Multiple Opportunities Mischfonds flexibel Welt 56 0.4
2 3 DWS Top Dividende Aktienfonds Welt 36 -0.3
3 - Deutsche Concept Kaldemorgen Mischfonds flexibel Welt 27 0.3
4 - Meritum Capital Accumulator Mischfonds ausgewogen Welt 18 0.5
5 - DWS Vermögensbildungsfonds I Aktienfonds Welt 11 0.8
6 - IAC-Aktien Global Aktienfonds Welt 10 0.2
6 - Boss Concept 2 Mischfonds defensiv Welt 10 0.2
8 - DJE Intercash Rentenfonds Kurzläufer Welt 9 0.5
8 - Dimensional Global Short Fixed Income Rentenfonds Kurzläufer Welt 9 -0.2
8 - DWS Vorsorge Premium Mischfonds flexibel Welt 9 0.7

* in Prozent, * Stichtag: 22. Januar 2017

Sortierkriterium: Punkte gesamt (* Stichtag: 22. Januar 2017), Quelle: DER FONDS, FWW Fundservices GmbH

Noch etwas bescheidener liest sich – zumindest in absoluten Zahlen – die Erfolgsbilanz des auf Rang 4 liegenden Meritum Capital Accumulator für die Jahre 2012 bis 2016. Was die Konstanz betrifft, vermögen jedoch auch 6, 6, 5, 3 und nochmal 5 Prozent durchaus zu beeindrucken.

Verantwortlich dafür zeichnet mit Jan Meister ein im Vergleich zu Flossbach und Kaldemorgen eher unbekannter Fondsmanager, der aber ebenfalls bereits deutlich länger im Geschäft ist als es das Auflegungsdatum des Capital Accumulator vermuten lässt: So steuerte er zum Beispiel ab 2007 die beiden Dachfonds Argentos Sauren Stabilitäts-Portfolio und Argentos Sauren Dynamik-Portfolio durch die Finanzkrise und machte sich anschließend in Frankfurt mit der Investmentboutique Meritum Capital Managers selbstständig.

Mit dem Ende Oktober 2011 gestarteten Capital Accumulator orientiert sich Meister an keinem Vergleichsindex und agiert dabei bewusst antizyklisch. „Dazu gehört, dass wir bei steigenden Bewertungen Kasse aufbauen und nach schweren Einbrüchen eine recht hohe Investitionsquote fahren“, erläutert er.

Obwohl der Capital Accumulator kein reiner Dachfonds ist, besteht er derzeit von einem rund 15 Prozent ausmachenden Kasse-Block abgesehen weitgehend aus Anteilen an anderen Investmentfonds. Meister begründet dies mit dem angesichts des schlechten Chance-Risiko-Verhältnisses totalen Verzicht auf sichere Staats- und Unternehmensanleihen, die er in der Regel direkt kauft.

Aktuell befinden sich Meister zufolge 18 Prozent ETFs und 65 Prozent aktiv gemangte Fonds im Portfolio: „ETFs setzen wir konsequent in hoch liquiden und effizienten Märkten wie im DAX oder im S&P 500 ein. In Segmenten wie Schwellenländern, Nebenwerten oder hochverzinslichen Anleihen versprechen dagegen aktive Manager einen echten Mehrwert.“ Die augenblickliche Aktienquote beträgt knapp 40 Prozent.

Trotz der steigenden Nachfrage – bei Argentos lag der Absatz im Dezember vor jenem des Flossbach von Storch Multiple Opportunities – ist beim Volumen mit knapp 20 Millionen Euro noch eine Menge Luft. Zum Vergleich: Der Multiple Opportunities verwaltet 11 Milliarden Euro, der Deutsche Concept Kaldemorgen 5 Milliarden Euro.

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