Top-Seller-Fonds der Maklerpools Zugangsbeschränkung zum Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen ausgehebelt

Künftig drei Fonds für deutsche Anleger im Angebot: Shareholder-Value-Vorstand Frank Fischer | © C. Scholtysik/P.Hipp

Künftig drei Fonds für deutsche Anleger im Angebot: Shareholder-Value-Vorstand Frank Fischer Foto: C. Scholtysik/P.Hipp

Bei 1,5 Milliarden Euro sprang die gelbe Warnlampe an. Weil sich das Volumen des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen in den vorangegangenen 15 Monaten annähernd verdoppelt hatte, verkündete die Gesellschaft Shareholder Value Management Anfang Mai 2016 die Vorstufe eines Soft Close. Um die Anlagepolitik des vornehmlich auf Nebenwerte fokussierten Managers Frank Fischer nicht zu gefährden, sollten fortan nur noch bestehende Investoren weitere Anteile hinzukaufen können. Shareholder-Value-Vertriebschef Philipp Prömm: „Dafür haben wir mit den einzelnen Plattformen individuelle Vereinbarungen ausgehandelt.“

Ein gut gemeinter Plan, der aber in der Praxis nie richtig funktioniert hat. Denn nicht alle Plattformen haben die technische Möglichkeit, Bestandskunden von Nicht-Bestandskunden zu unterscheiden. Da zudem die Voraussetzungen für einen laut Prömm offiziellen Soft Close – die Festschreibung im Verkaufsprospekt, dass ein Fonds generell nur noch mit Ausgabeaufschlag verkauft werden darf – nicht gegeben sind, macht seither jede Plattform, was sie für richtig hält: Manche handeln Fischers Fonds weiter wie bisher, andere führen Kaufaufträge seit Mai 2016 nur noch zum vollen Ausgabeaufschlag von 5 Prozent aus – unabhängig davon, ob der jeweilige Käufer schon seit Jahren an Bord ist oder zum ersten Mal zugreift.

Wirksam eindämmen ließen sich die Zuflüsse durch den Soft Close jedenfalls nicht. „Das Geld sucht sich seine Wege“, kommentiert Vertriebschef Prömm vielsagend. Und bisher hat es sich für alle, die noch hereingekommen sind, gelohnt: Seit Anfang Mai 2016 ist der Anteilspreis des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen um knapp 15 Prozent gestiegen.

Kein Wunder, dass das Interesse ungebrochen anhält. Das dokumentieren nicht zuletzt die aktuellen Top-Seller-Listen der großen deutschen Maklerpools. So gehörte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen im Juli sowohl bei BCA als auch bei Argentos, Fondskonzept und Netfonds zu den zehn meistverkauften Produkten. In der nach Punkten aufsummierten Pool-Liste belegt er somit hinter Dauer-Spitzenreiter Flossbach von Storch Multiple Opportunities Rang 2 (siehe Tabelle auf der folgenden Seite). Die Folge: Statt 1,5 Milliarden Euro ist der Fonds nun 2,1 Milliarden Euro schwer.

Ein offizieller, im Verkaufsprospekt verankerter Soft Close oder gar ein Hard Close, wie ihn beispielsweise die Deutsche Asset Management bis vor kurzem für ihren Klassiker DWS Aktien Strategie Deutschland erlassen hatte, steht für Prömm momentan dennoch nicht zur Debatte. Der Shareholder-Value-Vertriebschef vertraut darauf, dass sich die Nachfrage der Anleger schon bald auf ein anderes Produkt konzentriert: den am 1. September neu an den Start gehenden Frankfurter Stiftungsfonds. Dort verfolgt Fondsmanager Ulf Becker zusammen mit Co-Manager Frank Fischer einen im Vergleich zum Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen deutlich risikoärmeren Multi-Asset-Ansatz.