Top Ten Financial Network: „Die Regulierung sollte differenzierter sein“

Richard Eibl, Top Ten Financial Network

Richard Eibl, Top Ten Financial Network

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DAS INVESTMENT.com: Stichworte: Konsolidierung, kritische Größe, Nischenpools - wie sehen Sie die Poollandschaft in Deutschland in fünf Jahren?

Richard Eibl: Wir beobachten die Entwicklungsmöglichkeiten für einen spezialisierten Pool für das Investmentgeschäft, so wie wir dies praktizieren und vor allem auch die Entwicklung der Landschaft mit großer Konzentration und gespanntem Blick. Die Regulierungswut der gesetzgebenden Organe, sowohl national, als auch international, aber auch die in den Wahlprogrammen der politischen Parteien in Deutschland avisierten Veränderungsgedanken prägen das Entwicklungspotenzial von Pools enorm. Wir könnten uns gut vorstellen, dass es in der nächsten Zeit weiter intelligente Kooperationen, Zusammenschlüsse und vielleicht auch Fusionen von Anbietern in diesem Segment geben wird. Der „Pool als Selbstzweck“ wird modellhaft ausgedient haben; man braucht ihn aber als fundiertes und flexibles Abwicklungsmedium für das Fondsgeschäft, sowie als Basisinstrument, ausgestattet mit ergänzenden Mehrwerten, für die unabhängigen Berater.

DAS INVESTMENT.com: Wo sehen Sie ihr Alleinstellungsmerkmal?

Eibl: Unsere Alleinstellungsmerkmale sind sehr vielseitig ausgeprägt, zumal wir aufgrund unserer Firmenkonstellation für einen unabhängigen Berater, als auch für Vertriebsteams, als auch für Vermögensverwalter unterschiedlichen Mehrwert bieten können. Unsere Partner brauchen das Haus nicht zu verlassen, wenn Sie neben der Abwicklung von Fonds auch darüber nachdenken, genehmigungspflichtige Produkte in ihre Beratung hineinzunehmen, aber dafür ein Haftungsdach brauchen. Immer häufiger suchen Kunden Vermögensverwaltungslösungen.

DAS INVESTMENT.com: Wie sind Sie in diesem Bereich aufgestellt?

Eibl: Der Partner kann auf bestehende Modelle zurückgreifen, oder eine gemeinsame, gelabelte Lösung mit uns durchführen, auf die er maßgeblichen Einfluss nehmen kann. Diese ist unterlegt mit Eigenentwicklungen unserer IT-Unternehmen Opal und Betax-Systems, mit denen wir zudem unabhängig von externen Dienstleistern die Welt der Beratungsunterstützung, Kundenverwaltung und Schnittstellen in den Markt abbilden. Ergänzend bieten wir Zugriff auf individuelle Vermögensverwaltungslösungen in Deutschland und der Schweiz an, wo wir jeweils selbst die entsprechenden Zulassungen besitzen und damit frei agieren können. Sofern Berater das Management eines eigenen Fonds für seine Kunden realisieren möchte, ist dies über unsere Tochter MK Luxinvest auf kurzem Weg darstellbar, sofern die Grundvoraussetzungen vorliegen.

DAS INVESTMENT.com: Wo würden Sie aus Sicht des Pools die Regulierungsmaßnahmen von Berlin und Brüssel anders handhaben?

Eibl: Wir stellen uns eine deutliche Spezifizierung in der Regulierung zwischen Banken und IFAs – unabhängigen Beratern - vor. Letztere und ihre Partner wie Pools oder Haftungsdächer sind lediglich die Umsetzer und täglichen Begleiter der Kunden, die im Grunde eine kompetente Hilfe suchen, aber von vermeintlich gut gemeinten Regeln verunsichert werden. Die Konsequenz wird sein, dass der Kunde gefrustet zur Bank vor Ort zurückkehrt und dort im Schnelldurchgang ein Standardproduktbündel bekommt, das schnell und sicher zu beraten geht, unabhängig davon, ob es ihm auch tatsächlich weiterhilft. Dies erfordert eine deutliche Anpassung und Differenzierung in der Regulierung. Nicht alle Regulierungsbereiche im Bankenbereich sind auch für den IFA mit der Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung oder nach KWG und seinen Abwicklungspartnern Pool oder Haftungsdach sinnvoll und anwendbar.