Total-Return-Fondsmanager „Buy-and-hold-Strategie reicht heute nicht mehr aus“

Philipp Magenheimer ist Leiter Portfoliomanagement Fonds bei der WAVE Management AG. Der Asset Manager der VHV Gruppe hat sich auf die Steuerung benchmarkorientierter Aktien- und Rentenfonds spezialisiert. Daneben bildet das Management rendite- und sicherheitsorientierter Total- Return-Fonds einen Schwerpunkt der Aktivitäten. Magenheimer startete 2001 seine Karriere in der Finanzbranche und war in vorherigen beruflichen Stationen für einen Lebensversicherer und einen Discountbroker tätig. Magenheimer hat in Hannover BWL sowie in London Investment & Financial Risk Management studiert.

Philipp Magenheimer ist Leiter Portfoliomanagement Fonds bei der WAVE Management AG. Der Asset Manager der VHV Gruppe hat sich auf die Steuerung benchmarkorientierter Aktien- und Rentenfonds spezialisiert. Daneben bildet das Management rendite- und sicherheitsorientierter Total- Return-Fonds einen Schwerpunkt der Aktivitäten. Magenheimer startete 2001 seine Karriere in der Finanzbranche und war in vorherigen beruflichen Stationen für einen Lebensversicherer und einen Discountbroker tätig. Magenheimer hat in Hannover BWL sowie in London Investment & Financial Risk Management studiert.

ARTIKEL-INHALT 

DAS INVESTMENT: Die Unwägbarkeiten an den Märkten nehmen zu. Mit welchen Risiken müssen Anleger 2017 rechnen?

Philipp Magenheimer: Wir sehen für 2017 vor allem politische und geldpolitische Event-Risiken als primären Einflussfaktor auf die Kapitalmärkte. Neben den Umwälzungen durch den überraschenden Wahlsieg von Donald Trump in den USA stehen mit den Wahlen in den Euro-Kernstaaten Niederlande, Frankreich und Deutschland auch bei uns auf dem Kontinent gewichtige Entscheidungen an.

Daneben sind die Probleme in den Peripherieländern Italien und Griechenland virulent, und auch die anstehenden Verhandlungen im Zuge des Brexit besitzen Marktrelevanz. Weiterhin steht natürlich auch das Agieren der Notenbanken im Fokus. In diesem diffusen Spannungsfeld sind kräftige Kursbewegungen in beide Richtungen – sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt – einzukalkulieren.

Wie gelingt es Ihnen, für den WAVE Total Return Fonds R die richtige Balance zwischen Ertrag und Sicherheit zu finden?

Um Erträge im angemessenen Verhältnis zu eingegangenen Risiken zu erzielen, ist eine Anlagestrategie gefragt, die Chancen nutzt und Risiken begrenzt. In unserem Investmentansatz ist daher Flexibilität Trumpf.

Konkret bedeutet das, dass wir nach fundamentalen Kriterien ein Kernportfolio aus konservativen Euro-Anleihen von bonitätsstarken Emittenten konstruieren und um eine Auswahl liquider Standardaktien ergänzen. Dieses Kernportfolio liefert die Grundrendite.

Um die Wertentwicklung zu glätten, erweitern wir das Portfolio um eine Derivatestrategie, mit dem Ziel entweder Zusatzerträge zu generieren oder das Fondsvermögen in kritischen Marktphasen abzusichern.

Flexible Mischfonds gibt es mittlerweile unzählige. Was machen Sie anders als viele Ihrer Kollegen?

Wir steuern die Werttreiber Aktien und Renten isoliert. Klassische Mischfonds verlassen sich vielfach auf starre negative Korrelationen, das heißt, dass die Anleihekurse beispielsweise steigen, wenn die Aktienkurse fallen. Es werden somit Aktien mit Renten abgesichert. Wenn sich die Kurse gleichgerichtet bewegen, funktioniert dieser Hedge nicht mehr.

Das sogenannte Overlay-Management ist ein wesentlicher Bestandteil Ihres Fondskonzepts. Wie funktioniert es?

Das heißt, dass wir unser Kernportfolio um eine Derivate-Komponente ergänzen. Durch den Einsatz von börslich gehandelten Derivaten steuern wir vorrangig die Aktieninvestitionsquote beziehungsweise die Zinssensitivität des Portfolios. Dabei passen wir unter Berücksichtigung von Risikobudgets die Quoten situativ an die Marktentwicklung an.