Trends erkennen Der frühe Vogel findet die richtigen Aktien

Max Schott, Geschäftsführender Gesellschafter Sand und Schott: „Die Gewinnentwicklung ist der wichtigste Treiber der Kursentwicklung , liegt es nahe, statt auf das Kurs-Momentum der Aktie auf das Gewinn-Momentum zu setzen.“ | © Sand und Schott

Max Schott, Geschäftsführender Gesellschafter Sand und Schott: „Die Gewinnentwicklung ist der wichtigste Treiber der Kursentwicklung , liegt es nahe, statt auf das Kurs-Momentum der Aktie auf das Gewinn-Momentum zu setzen.“ Foto: Sand und Schott

Langjährige Aktienstars verschwinden von der Bildfläche, neue tauchen auf. Entscheidend wird sein, die Entwicklung möglichst schnell zu erkennen. Nicht erst, wenn der Aktienkurs reagiert, sondern schon bei den Gewinnprognosen der Analysten.

Kennen Sie das noch? Langfristige Investitionen in Unternehmen, deren Aktien von den Großeltern über die Kinder an die Enkel vermacht wurden – mit dem auf dem Sterbebett gehauchten Rat des Erblassers, diese Aktien nur ja nie zu verkaufen. Diese Praxis scheint heute veraltet. Langjährig dominante Konzerne mit solidem Geschäftsmodell wie zum Beispiel Exxon Mobil, General Electric oder IBM besitzen heute nur noch einen Bruchteil ihres Marktanteils. Wer in den letzten Jahren keine der so genannten Faang-Aktien (Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google[Alphabet]) in seinem Portfolio hatte, ist dem amerikanischen Aktienindex gnadenlos hinterhergelaufen.

Neue Marktführer in den Startlöchern

Dahinter steckt eine langfristige Entwicklung, der sich nicht so schnell ändern wird. Die Lebenszyklen vieler Unternehmen sind kürzer und Innovationen folgen schneller. Neue Technologien haben oft einen disruptiven Charakter. Zahlreiche internetbasierte Plattform-Strategien haben in den letzten Jahren neue Marktführer hervorgebracht und aktuell steht die Blockchain-Technologie in den Startlöchern.

Auch aus Deutschland gibt es genügend Beispiele. Die Energiekonzerne RWE und E.on mussten in den vergangenen Jahren mehrfach ihre Strategie ändern. Banken suchen nach neuen Einnahmen, da kleine Fintechs auf der einen Seite und sehr große Kapitalsammelstellen auf der anderen Seite deren Existenzberechtigung in Frage stellen. Für Investoren heißt dies, dass sie nicht davon ausgehen können, dass sich langfristig erfolgreiche Unternehmen auch künftig in ihrem Portfolio positiv entwickeln.

Doch es gibt Möglichkeiten, die Chancen zumindest stark zu erhöhen, die Aktien zu finden, die zumindest in absehbarer Zeit erfolgreich am Markt unterwegs sind. Das Geheimnis ist, möglichst früh den Trend zu entdecken. Da die Gewinnentwicklung der wichtigste Treiber der Kursentwicklung ist, liegt es nahe, statt auf das Kurs-Momentum der Aktie auf das Gewinn-Momentum zu setzen. Im Fokus stehen also Unternehmen, bei denen die Gewinnentwicklung besonders positiv war. Besonders interessant dabei sind „positive Gewinnüberraschungen“ (earnings suprise). Ein Beispiel ist Fiat Chrysler, der Konzern hat jüngst sehr gute Zahlen geliefert und es werden weitere Steigerungen erwartet.

Weiter verfeinern kann man diesen Ansatz indem man nicht wartet, bis das Unternehmen die Gewinne bekannt gibt, sondern bereits früher ansetzt. Man wählt dabei die Unternehmen aus, bei denen die Analysten die Gewinnschätzungen in letzter Zeit besonders stark nach oben revidiert haben. Auf diese Weise kommen Investoren bei der Aktienauswahl so früh wie möglich in die „Nahrungskette“ der Informationen und können schnell reagieren. Umfangreiche Berechnungen in unserem Haus und der Einsatz dieser Aktienauswahl in einem Fondsportfolio haben gezeigt, dass sich damit das Ertrags-Risiko-Profil eines Aktiendepots deutlich verbessern lässt.

Fazit: Die Welt ändert sich schneller, Investoren müssen sich anpassen. Moderne Technologie bietet auch Anlegern viele Möglichkeiten, schneller zu reagieren und – positive wie negative – Trends in Unternehmen frühzeitig zu erkennen.

Autor Max Schott ist Geschäftsführender Gesellschafter beim Stuttgarter Vermögensverwalter Sand und Schott.