Trendwende in der Energiebranche Energieunternehmen tanken neue Kraft

Bootsführer der Raffinerie Geelong in Australien: In den Ölsektor kommt wieder Dynamik | © Shell

Bootsführer der Raffinerie Geelong in Australien: In den Ölsektor kommt wieder Dynamik Foto: Shell

Die Zuversicht im Energiesektor nimmt zu. Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse der Fidelity-Analystenumfrage 2017. Hatten sich im Jahr 2016 bei den meisten Unternehmen der Branche wichtige Kennzahlen verschlechtert, gibt es nun wieder Anlass für Optimismus. Da sind sich nahezu alle Analysten des Sektors einig. Sie beobachten größere Zuversicht im Management von Energiekonzernen als im vergangenen Jahr. Infolge einer höheren Preissetzungsmacht steigt die Kapitalrendite vieler Unternehmen, während die Nachfrage nach Rohstoffen wieder anzieht. Im laufenden Jahr dürfte die Energiebranche also wieder interessanter werden.

Ölpreis im Sinkflug

In den vergangenen Jahren ist der Ölpreis massiv gesunken. Von mehr als 100 US-Dollar pro Fass im Jahr 2014 sackte er zeitweise auf unter 30 US-Dollar pro Fass im Jahr 2015 ab. Grund für den Preisverfall war vor allem ein Überangebot, verursacht durch neue Fördermethoden und immer neue Akteure am Markt. Unter dem sinkenden Ölpreis hatte nicht nur, aber vor allem der Energiesektor zu leiden.

Trendwende in Sicht

Nach Einschätzung der Fidelity-Analysten zeichnet sich nun aber eine Trendwende ab. Angebot und Nachfrage in der Ölindustrie pendeln sich allmählich wieder ein. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) versucht die Ölförderung auf der ganzen Welt zu drosseln, um diese Entwicklung voranzutreiben. Bislang mit Erfolg: Der Preis für Rohöl ist in den zurückliegenden Monaten wieder gestiegen. Aktuell liegt er für die Sorte Brent bei 53 US-Dollar pro Fass (Stand 11.04.2017). Auch andere Rohstoffe sind nach dem schwachen Jahr 2016 wieder dabei, sich zu erholen: Die Preise für Eisenerz und Kupfer sind zuletzt ebenfalls gestiegen.

Optimismus im Management

In den Führungsetagen von Energieunternehmen weltweit macht sich deshalb wieder Optimismus breit: Die Zuversicht des Managements im Energiesektor ist wesentlich stärker als im vergangenen Jahr, Unternehmen investieren wieder mehr. Die Energiebranche bietet unseren Analysten zufolge dementsprechend gute Chancen für Investoren. Besonders interessant sind US-Firmen, die Schieferöl fördern und Treibstoff herstellen, sowie europäische Energieunternehmen wie Royal Dutch Shell.

Trotz Aufwind: Es bleibt viel zu tun

Bei allem Optimismus gilt es aber auch Risiken zu beachten: Es sind längst nicht alle Unternehmen der Energiebranche über den Berg. Einige sind noch dabei, ihren Cash-Zyklus anzupassen, und müssen hart arbeiten, um trotz der Querelen der Vergangenheit wettbewerbsfähig zu bleiben. Das erklärt, warum sie sich trotz steigender Energiekosten weiterhin um Kostensenkungen bemühen.

Das sind die Favoriten der Fidelity-Analysten

Die Fidelity-Analysten nennen zwei beispielhafte Unternehmen aus dem Energiesektor. Zum einen Royal Dutch Shell, eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen. Der niederländisch-britische Konzern beschäftigt weltweit 89.000 Mitarbeiter und produziert täglich drei Millionen Barrel Rohöl. Die Aktie ist attraktiv bewertet und bot Aktionären in der Vergangenheit eine solide Dividendenrendite. Ein weiteres interessantes Unternehmen des Sektors ist die Wood Group. Die Unternehmensgruppe bietet Dienstleistungen für die Erschließung und Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen an. Die Wood Group errichtet zum Beispiel Öl- und Gasfelder, wartet industrielle Gasturbinen und kontrolliert den Druck an Ölbohrlöchern.

European Growth Fund hält Energietitel

Auf das Potenzial der Energiebranche setzt auch Matthew Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund*. Royal Dutch Shell ist mit 5,7 Prozent, die Wood Group mit zwei Prozent in seinem Portfolio vertreten (Stand 28.02.2017).