Trotz Prokon und Windwärts Windkraft als Anlageklasse – warum eigentlich nicht?

Max-Robert Hug, Leonidas Associates

Max-Robert Hug, Leonidas Associates

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Angesichts der jüngsten Presseberichterstattung könnte man meinen, Investitionen in Windkraftanlagen stehen aktuell in der Kritik der Medien. Zu Recht? Wohl kaum, denn warum hätte ein Investor wie die Allianz ansonsten allein im zweiten Halbjahr 2013 in vier Windparks in Frankreich, einen in Italien und einen in Deutschland mit über 100 Megawatt Gesamtleistung investiert. Der Betrieb einer Windkraftanlage bietet seinem Besitzer stabile Renditen oberhalb der Verzinsung von Bankguthaben und Staatsanleihen. Und das vollkommen unabhängig von der Entwicklung der weltweiten Märkte. Kritisch hinterfragt werden muss daher nicht die Anlageklasse sondern das, was mit dem Geld der Anleger konkret passiert. Investoren und Ihren Anlageberatern obliegt es aus dem vorhandenen Angebot an Produkten das für die individuellen Bedürfnisse geeignete aufzuspüren. Eine Aufgabe die nicht ganz einfach, mit einem strukturierten, bedarfsorientierten Vorgehen aber lösbar ist.

Eine Investition in den Betrieb von Windkraftanlagen in Märkten wir Deutschland oder Frankreich lässt langfristig stabile Einnahmen erwarten. Die Gründe liegen auf der Hand: Wind weht immer. Wind als Energieträger kostet nichts. Und der Verkauf des aus dem Wind produzierten Stroms erfolgt zu einem garantierten Mindestpreis – je nach Standort gesetzlich garantiert für bis zu 20 Jahre. Hinzu kommt eine durchschnittliche Verfügbarkeit moderner Turbinen der zweiten Generation von mehr als 354 von 365 Tagen im Jahr. Über Vollwartungsverträge können diese Verfügbarkeiten sowie die Kosten für Wartungen und Reparaturen über die gesamte Förderdauer abgesichert werden. Zudem sind die Prognosen der Windgutachten wesentlich vorsichtiger als früher. Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagt im Handelsblattinterview vom 13. Januar 2014 dazu: "Gegen das Betreiben von Windparks ist nichts einzuwenden, zumal der erzeugte Strom durch die Einspeisevergütung garantiert zu einem guten Preis abgenommen wird.“

IRR-Renditen zwischen 5 und 7,5 Prozent sind realistisch

Fraglich ist, welche Renditen durch den Betrieb eines Windparks tatsächlich erzielt werden können. Gemäß dem „Dreieck der Vermögensanlage“ konkurrieren drei Ziele von Investoren miteinander: Rendite, Sicherheit und Liquidität. Immer nur zwei dieser drei Eigenschaften können gleichzeitig zu einem hohen Grad erfüllt werden. So sind Geldanlagen mit hoher Sicherheit und hoher Liquidität zwangsläufig wenig rentabel (zum Beispiel Sparbuch).