UBS Equity Global High Dividend Patrick Zimmermann: „Je volatiler die Märkte, desto mehr profitiert unsere Strategie“

Patrick Zimmermann, Senior Portfolio Manager des UBS Equity Global High Dividend bei UBS Asset Management

Patrick Zimmermann, Senior Portfolio Manager des UBS Equity Global High Dividend bei UBS Asset Management

DAS INVESTMENT.com: Herr Zimmermann, welche Vorteile hat die Strategie des UBS Equity Global High Dividend?

Patrick Zimmermann: In einem Umfeld von sehr tiefen Zinsen ist es für Anleger attraktiv, regelmäßiges Einkommen zu erwirtschaften. Viele Investoren, die an Dividenden interessiert sind, achten oft nicht darauf, ihre Anlage ausreichend zu diversifizieren. Sie halten nur drei oder vier Einzelwerte. Das ist riskant: Wenn ein Unternehmen die Dividende streicht, fällt das stark ins Gewicht. Wir wollen mit unserem Fonds eine breiter diversifizierte Alternative für Anleger bieten, die am Aktienmarkt und an Dividendentiteln interessiert sind. Allerdings hat unser Fonds eine defensive Ausrichtung. Wir erwarten daher, dass der Fonds im Schnitt weniger Schwankungen unterliegt als der breite Markt und damit auch tendenziell geringere Rückschläge erleidet.

Worauf achten Sie genau – ist die Höhe der Dividenden ausschlaggebend, oder berücksichtigen Sie noch andere Faktoren?

Zimmermann: Natürlich muss die Dividendenrendite eines Unternehmens attraktiv sein. Aber wir achten auch stark auf die Qualität eines Unternehmens. Die historisch ausbezahlte Dividende sollte möglichst nachhaltig sein. Die Firmen sollten in der Lage sein, sie beizubehalten oder sogar zu steigern. Das können auf die Dauer aber nur Unternehmen von hoher Qualität, und darum berücksichtigen wir bei der Titelselektion auch Qualitätskriterien: Wir ziehen zum Beispiel Firmen vor, die eine hohe Profitabilität und einen niedrigen Verschuldungsgrad haben. Auch die historische Kursschwankung und die historische Dividendenstabilität schauen wir uns an. Das Thema Qualität ist uns sogar noch etwas wichtiger als die Dividendenrendite selbst. Dividendenkriterien fallen zu 45, Qualitätskriterien zu 55 Prozent ins Gewicht. Unser Ansatz ist sehr regelbasiert.

Der Fonds ist am stärksten in den USA gewichtet. Dort hat nach der Wahl Donald Trumps eine Rally eingesetzt, an der auch Sie teilhatten. Haben Sie die positive Entwicklung vorausgesehen und sich deshalb hier stark positioniert?

Zimmermann: Wir sehen nicht von oben auf Länder oder Sektoren und entscheiden, wo wir über- oder untergewichten. Bei uns bestimmt die Titelselektion die Gewichtung. Unser Investment-Universum besteht aus den etwa 2.500 Unternehmen des Index MSCI All Country World, an dem wir uns auch messen. Darin sind US-Titel mit 53 Prozent relativ stark vertreten. Der Index enthält aber auch Schwellenländer. Der Fonds selbst ist in den USA untergewichtet. Wir haben etwa acht Prozent weniger US-Titel als unser Referenzindex. Wenn es kaum Kursrückschläge gibt, hinkt unsere Strategie dem Markt etwas hinterher. Aber so ist sie konstruiert. Schwankt der Markt hingegen mehr, haben wir in der Regel geringere Rückschläge. Aus Anlegersicht, in absoluter Sicht, hatte der Fonds in den letzten Monaten aber eine sehr gute Performance.

Wie sieht Ihr Investmentprozess aus?

Zimmermann: Wir bringen die 2.500 im Index enthaltenen Unternehmen in eine Rangfolge. Daraus wählen wir etwa 100 Titel aus. Jedes Unternehmen gewichten wir im Portfolio mit je ein Prozent. Abgesehen von Einschränkungen in der Portfoliokonstruktion zwecks Erhalt von Diversifikation und Risikomanagement ergibt sich so unsere Länder- und Sektor-Allokation. Es ist primär ein Bottom-up-Ansatz.