UBS-Manager Max Anderl über Verluste mit Long-Short „Ein Minus ist nie in Ordnung“

Fondsmanager Max Anderl

Fondsmanager Max Anderl

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DER FONDS: Lassen Sie uns über März und April sprechen. Das waren nicht so richtig Ihre Monate, oder?

Max Anderl: Das können Sie laut sagen, ja.

In beiden Monaten ging es für Ihren Fonds jeweils um rund 5 Prozent nach unten. Was ist schiefgelaufen?

Bis Ende Februar ging man noch davon aus, dass Chinas Wirtschaft schwächer wird, und die Amerikaner waren für eine neue Rezession im Gespräch. Jetzt heißt es plötzlich wieder: Rein in Schwellenländer-Aktien, und am Ende wird doch alles gut. Diese Marktschwankungen haben uns kalt erwischt.

Hätte man die nicht vorhersehen können?

In dieser Form – nein. Auf dieses extreme Szenario waren sehr viele Anleger nicht vorbereitet. Manche Investoren sagen, dass sich Ende Februar einer der größten Short-Squeezes der vergangenen Jahre ereignete. In solchen Situationen setzen viele Anleger über Short-Positionen auf fallende Kurse und müssen zwangsweise kaufen, wenn der Markt gegen sie läuft. So entstehen rasante Kursbewegungen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass der UBS Equity Opportunity Long Short Fund bis Februar entgegen den schwachen Märkten Gewinne eingefahren hat. Was wollen Sie mehr?

Na, dass Ihr Long-Short-Fonds auch in Monaten wie März und April stabil bleibt und mein Geld schützt.

Dann verlangen Sie vielleicht ein bisschen zu viel von alternativen Anlagen. Sie erwarten einen Ersatz für eine Anleihe, einen stetigen monatlichen Ertrag.

Ja, was denn sonst?

Eine alternative Anlage soll ein alternatives Anlageprofil liefern. Und das haben wir. Obwohl wir mit Aktien arbeiten, sind wir unkorreliert zum Aktienmarkt.

Das haben wir im März gesehen.

Sicherlich. Aber eben auch im Jahr zuvor, als wir im schwachen Aktienumfeld Gewinne von 19,9 Prozent erzielt haben. Ich finde solche längeren Zeiträume viel wichtiger als einzelne Monate. Und langfristig wollen wir nach wie vor ein Plus von 10 Prozent im Jahr erreichen, und zwar unkorreliert zum Aktienmarkt.

War das im März noch im Rahmen, oder ist Ihnen was entglitten?

Ein Minus ist nie in Ordnung, wir versuchen das natürlich immer zu vermeiden. Wir waren vielleicht auch etwas zu vorsichtig. Normalerweise liegt unser Brutto-Investitionsgrad bei 160 bis 180 Prozent, das ist die Summe aus Long und Short. Im Januar war er auf 116 Prozent gesunken. Wir hatten einige gut gelaufene Positionen abgebaut.