UBS-Managerin Uta Fehm: Über 8 Prozent sind realistisch

Uta Fehm, UBS

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DAS INVESTMENT.com: Alle Welt redet davon, Schwellenländer würden wirtschaftlich gegenüber den Industrienationen aufholen. Bei China sehen wir es schon deutlich. Wo steht aber geschrieben, dass es auch den anderen gelingen wird? Es hat schließlich Jahrhunderte lang nicht geklappt.

Uta Fehm: Wir beobachten in sehr vielen Schwellenländern, dass sich Demokratie durchsetzt. Auch der Grad der Selbstbestimmung nimmt deutlich sichtbar zu. Das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass es diesen Ländern endlich gelingt, wirtschaftlich zu uns aufzuschließen. Zum anderen haben die Länder aus den wirtschaftlichen Schwächen der Vergangenheit gelernt und haben inzwischen eine solide Fiskalpolitik erreicht.

DAS INVESTMENT.com: Warum wollen wir das überhaupt? Die Ausbeutung hat uns bisher prächtig genützt. Und nun wird unsere Kleidung teurer.

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Fehm: Ja, das wird sicher passieren. Aber die gute Seite ist, dass auch viele hiesige Unternehmen profitieren. Steigt das Einkommen in den Entwicklungsländern, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, entstehen dort neue zahlkräftige Käufer.

DAS INVESTMENT.com: Höhere Kosten, aber auch höhere Umsätze?

Fehm: So ungefähr. Es entsteht eine neue Balance auf einem höheren Niveau.

DAS INVESTMENT.com: Aha. Wie stark haben sich denn die guten Wirtschaftsdaten in den Anleiherenditen niedergeschlagen?

Fehm: Die Renditeaufschläge bei Dollaranleihen sind jetzt niedriger als in der Vergangenheit und inzwischen ziemlich fair bewertet.

DAS INVESTMENT.com: Das ist der Fachausdruck für ‚das Thema ist gegessen’.

Fehm: Im Schnitt betragen die Risikoaufschläge für Dollarpapiere etwa 300 Basispunkte, also 3 Prozentpunkte. Das ist schon sehr wenig, andererseits sind die Zinsen in den entwickelten Ländern auch auf niedrigstem Niveau. Wir finden Anleihen in den Lokalwährungen deutlich interessanter. Hier sind die Nominalzinsen noch lukrativ und die Währungen bieten zusätzlichen Aufwertungsspielraum.

DAS INVESTMENT.com: Wie lukrativ?

Fehm: Die laufende Verzinsung in unserem UBS Lux Emerging Economies Global Short Term beträgt derzeit 5,24 Prozent. Wohlgemerkt für die ganz kurzen Laufzeiten, fast Geldmarktniveau. Wir rechnen zunächst noch mit niedrigen Inflationsraten. Wenn sich das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer in zwei bis drei Jahren erhöht, werden die Zinsen dort weiter anziehen.

DAS INVESTMENT.com: Für die Kurse der Anleihen wäre das nicht so toll.