Umfeld wird besser Darum mögen Analysten Frankreich-Aktien

Trader sieht sich der aktuelle CAC 40-Kurs auf dem Schirm. Foto: Getty Images

Trader sieht sich der aktuelle CAC 40-Kurs auf dem Schirm. Foto: Getty Images

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Mehr als zwei Drittel der Aktien im französischen Leitindex CAC 40 haben dieses Jahr an Wert verloren. Investoren sorgen sich wegen des Binnenwachstums und den Erfolgsaussichten der Politik von Präsident Francois Hollande. Hinzu kommen Bedenken wegen der Weltkonjunktur und der Wirksamkeit von Maßnahmen der Zentralbanken. Mit einem Kursverlust von 4,4 Prozent seit Jahresbeginn sind die Aktien der zweitgrößten Volkswirtschaft im Euroraum im Verhältnis zu europäischen Werten so billig wie seit drei Jahren nicht mehr. Einige Fondsmanager blicken nun aber positiver auf das Umfeld und nehmen eine optimistische Haltung gegenüber französischen Aktien ein.

Reformen beim Arbeitsmarkt und den Steuern seien auf dem Weg, die Wirtschaft solle Prognosen zufolge dieses Jahr so stark wachsen wie seit 2011 nicht mehr - und damit werde wieder mehr Geld in französische Aktien fließen, sagt Roland Kaloyan, Chefstratege Aktien bei Société Générale. Er sieht den CAC 40 zum Jahresende bei 4800 Punkten, was ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Dienstag wäre - und ein stärkerer Anstieg als für den Stoxx Europe 600 Index erwartet wird.

„Das Umfeld in Frankreich verändert sich, es gibt viele Faktoren, die französische Aktien stützen“, sagt Kaloyan. Die Fußball-Europameisterschaft im Juni sieht er als Katalysator für Investitionen und Tourismus. „Die Maßnahmen zur Senkung der Unternehmenssteuern und für weniger Staatsausgaben dürften die Profitabilität verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit fördern.“

Hollande passt das Arbeitsrecht so an, dass Entlassungen einfacher werden. 2014 senkte er die Unternehmenssteuern, um das Wachstum anzukurbeln. Im ersten Quartal wuchs die französische Wirtschaft stärker als erwartet, wozu eine Zunahme der Konsumausgaben und der stärkste Anstieg bei den Unternehmensinvestitionen seit fünf Jahren beitrugen. Ökonomen prognostizieren für dieses Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent.

Laut Adecco hat die Erholung im Land für verstärkte Einstellungstätigkeit in der Baubranche geführt. Der weltgrößte Personaldienstleister erwartet, dass sich die positive Entwicklung im zweiten Halbjahr beschleunigt, wenn auch nur allmählich.