Umfrage 92 % der Deutschen haben noch nie von Fintech gehört

Nur 8 Prozent der Deutschen haben schon von Fintech gehört

Nur 8 Prozent der Deutschen haben schon von Fintech gehört

Etablierte Finanzdienstleister fürchten sie, aber der Durchschnittsdeutsche kennt sie überhaupt nicht: Unter dem Begriff Fintech werden Unternehmen zusammengefasst, die neue Finanzierungswege, elektronisches Vermögensmanagement, Zahlungsdienstleistungen oder auch Versicherungsschutz online anbieten. Etablierten Finanzdienstleistern gelten sie als Revolutionäre, in der Branche auch „Disruptoren“ genannt.

Fintech-Unternehmen haben oft als kleine Start-ups die Bühne betreten und machen sich dort mittlerweile so breit, dass traditionelle Akteure fürchten müssen, von ihnen verdrängt zu werden. Einige Konzerne suchen die Zusammenarbeit, andere rufen eigene Fintech-Angebote ins Leben.

Die Mehrheit der Deutschen hat allerdings von „Fintech“ noch nie gehört. Das hat das Meinungsforschungsinstitut Explorare im Auftrag der Medienagentur Newskontor ermittelt. Die Meinungsforscher befragten 512 Verbraucher.

Ergebnis: Besonders Frauen und Menschen über 50 Jahre gaben an, keine Kenntnisse über Fintech zu haben: 95,5 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer und 96,6 Prozent der über 50-Jährigen sagten das. 70 Prozent der Befragten trauten sich auch nicht zu, die Bedeutung des Begriffs zumindest zu erraten.

Von den Teilnehmern, die den Begriff „Fintech“ zumindest schon einmal gehört hatten, nutzt mit 22 Prozent nicht einmal jeder Vierte entsprechende Angebote. Vor allem bei Frauen finden die digitalen Dienstleister wenig Anklang, hat Explorare ermittelt.

Dabei ist es nicht technische Unkenntnis, die die Verbraucher fernhält – diesen Hinderungsgrund gaben nur sieben Prozent der Befragten an. Mit 24 Prozent glaubt auch nur jeder Vierte, dass die Unternehmen ihre Daten unzureichend schützten. Und selbst der persönliche Kontakt zum Berater, der bei den elektronischen Angeboten wegfällt, spielt nur für jeden Dritten eine Rolle.

Der Knackpunkt: Es ist bei Verbrauchern noch nicht angekommen, wozu das Ganze überhaupt gut ist. Denn: Die herkömmlichen Angebote tun es doch auch. So gaben 62 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihren bisherigen Dienstleistern ganz zufrieden sind.

Explorare will auch den Grund für die schlechte Marktdurchdringung von Fintech-Angeboten herausgefunden haben: Die Mehrzahl der Befragten nehme die digitalen Dienstleistungen vor allem beim Online-Banking und Online-Shopping wahr. Digitale Vermögensverwaltung und online abschließbare Versicherungen fristeten dagegen ein Nischendasein, sagt Newskontor-Geschäftsführer Marco Cabras. Hier schlummere großes Potenzial: Fintechs, die Vermögensverwaltung oder Versicherungsdienstleistungen anbieten, sogenannte Insurtechs, sollten noch aktiver für sich Werbung machen, rät Cabras.