Umfrage Branche der unabhängigen Vermögensverwalter wächst

Hartwig Webersinke, Professor für Finanzdienstleistungen mit den Forschungs- und Lehrgebieten Finanzdienstleistungen, Asset Management, Kapitalmarkt- und Portfoliotheorie 
Foto: Anke Leuschke/V-Bank

Zwei von drei unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland konnten 2016 ihre Kundenanzahl steigern. Und über 90 Prozent erwarten, dass sich dieses Kundenwachstum in den kommenden Monaten fortsetzt. Entsprechend verzeichneten 8 von 10 Gesellschaften einen Anstieg des verwalteten Vermögens.

Neben dem Gewinn von Neukunden war die Aufstockung von bereits bestehenden Mandanten hierfür ausschlaggebend. Einen ungebrochenen Optimismus der Branche zeigen die jetzt veröffentlichten Forschungsergebnisse des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV).

Zum vierten Mal seit 2014 befragte dazu das Aschaffenburger Forschungsinstitut unter der Leitung von Hartwig Webersinke jedes dritte Unternehmen mit staatlicher Zulassung in Deutschland. 

Es bieten sich hervorragende Chancen

„Unabhängigen Vermögensverwaltern bieten sich in den kommenden Jahren hervorragende Chancen, nachhaltig Marktanteile zu gewinnen“, erklärt Webersinke, zugleich Dekan an der Hochschule Aschaffenburg.

Einige Rahmenfaktoren, die den positiven Blick der Branche auf die eigene Entwicklung unterstützen, seien: Die klassischen Banken und Sparkassen durchlebten einem fundamentalen Wandel.

Besonders die größeren Gruppen (150-500 Mio. und größer 500 Mio.) konnten einen Kundenzuwachs feststellen. Grafik: InVV

Das Bewusstsein, dass eine gute Beratung etwas koste, sei bei vermögenden Privatanlegern zunehmend vorhanden. Vermögensverwaltung sei angesichts des Niedrigzinsumfeldes immer schwieriger.

„Wer sich einem unabhängigen Vermögensverwalter anvertraut, hat bei identischem Risiko eine realistische Chance auf höhere Renditen als ein Privatanleger oder Kunde, der sich an eine vertriebsgetriebene Institution wendet“, ist sich Webersinke sicher.