Umfrage Trump ist das größte Risiko für die Weltwirtschaft

Donald Trump ist der designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten. | © Getty Images

Donald Trump ist der designierte 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Foto: Getty Images

Ein von Donald Trump ausgelöster Handelskrieg ist das größte Risiko für die Weltwirtschaft in den nächsten zwei Jahren, sagen 27 Prozent der Teilnehmer einer aktuellen Umfrage zur globalen Risikoeinschätzung, die unter 180 Kunden und Kontakten des Prognoseinstitus Oxford Economics durchgeführt wurde.

Der designierte US-Präsident Trump wurde aber auch als die wahrscheinlichste Quelle eines rascheren Weltwirtschaftswachstums gesehen: 38 Prozent verwiesen auf das Potenzial, dass die US-Wirtschaft aufgrund der von Trump in Aussicht gestellten neuen fiskalpolitischen Anreize an Fahrt gewinnt.

Handelskrieg mit China?

Trump hat in seinem Wahlkampf oft China genannt und gedroht, Zölle auf die Exporte des Landes zu verhängen und versprochen, China der Devisenmanipulation zu beschuldigen. Am Freitag telefonierte er mit der Präsidentin von Taiwan, Tsai Ing-Wen, was Proteste aus Peking auslöste, das die Insel als sein Territorium betrachtet.

In einer Reihe von Twitter-Mitteilungen hat Trump am Sonntag die chinesische Regierung wegen Devisenmanipulation, Hemmnissen für ausländische Wettbewerber und den Streit um Inselgruppen im Südchinesischen Meer kritisiert.

Die Umfrageergebnisse zeigen eine „ausgeprägte Veränderung beim Ausblick für die Weltwirtschaft“, schrieb Jamie Thompson, Leiter Makro-Szenarien bei Oxford in London, in einer Mitteilung zur Umfrage. „Da das Ausmaß der politischen Unsicherheit ungewöhnlich erhöht ist, ist die größte Risikoquelle für die Weltwirtschaft - sowohl nach oben als nach unten - jetzt zweifelsfrei der Kurs der US-Politik.“

Geopolitische Spannungen

Neben Trump and China wurden als größte Abwärtsrisiken für die nächsten zwei Jahre genannt: geopolitische Spannungen wie Iran, Russland, der Nahe Osten oder das Südchinesische Meer; Besorgnis im Hinblick auf die Schwellenländer bei weiteren Zinserhöhungen der Federal Reserve; zunehmender Populismus in der EU; Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit, sowie ein starker Anstieg der Öl- und Rohstoffpreise.

Die wichtigsten Katalysatoren für das Wachstum - außer potenziellen fiskalpolitischen Anreizen in den USA - waren für die Befragten eine weltweit gelockerte Fiskalpolitik, eine Erholung der globalen Produktivität, eine Ankurbelung der Reformen in der EU durch den Brexit und ein stärkeres Wachstum im Euroraum, angeschoben von Deutschland.