Umfrage von Yougov Potenzial für Berater: Nur jede dritte Frau spart bislang fürs Alter

Grafik von Yougov: Viel wel weniger Frauen als Männer betreiben eine aktive finanzielle Altersvorsorge | © Scalable Capital

Grafik von Yougov: Viel wel weniger Frauen als Männer betreiben eine aktive finanzielle Altersvorsorge Foto: Scalable Capital

Frauen betreiben viel seltener aktive Altersvorsorge als Männer. Nur etwa jede dritte Frau legt dafür Geld zurück. Dabei ist ihnen durchaus die Gefahr bewusst, im Alter finanziell unterversorgt zu sein. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov im Auftrag des Vermögensverwalters Scalable Capital herausgefunden.

Grafik: Scalable Capital

Die repräsentative Umfrage unter 2.000 Deutschen hat auch die Gründe erforscht, die Frauen von der Altersvorsorge abhält: Viele Frauen glauben, über zu wenig Finanzwissen zu verfügen. Sie trauen sich eine Finanzanlage daher nicht recht zu.

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Und es gibt noch andere Ursachen: Viele Frauen haben laut eigener Einschätzung nicht genügend finanzielle Mittel für Kapitalanlagen zur Verfügung – dieser Aussage stimmten 43 Prozent der von Yougov befragten Frauen zu. Knapp jede dritte Frau, insgesamt 29 Prozent, hat außerdem Angst vor hohen Verlusten.

Der Anteil der Menschen, die an den Kapitalmärkten investieren, ist in Deutschland ohnehin gering: Lediglich 17 Prozent der Menschen hierzulande legen ihr Geld an den Kapitalmärkten an. Bei Frauen liegt dieser Anteil mit 11 Prozent allerdings noch einmal deutlich darunter.

Eine häufig genannte Begründung lautet, dass Frauen bei der Geldanlage angeblich vorsichtiger vorgingen als Männer. Diese Annahme fanden die Autoren der Yougov-Studie nicht bestätigt. Gründe für das unterschiedliche Anlageverhalten seien vielmehr die bei Männern und Frauen ungleiche Vermögenssituation, aber auch ein mangelndes Selbstbewusstsein: „Ein Großteil der Frauen kann oder traut sich nicht, den Vermögensaufbau in die eigene Hand zu nehmen. Das hat fatale Folgen für die finanzielle Absicherung im Alter“, sagt Manuela Rabener, Marketingleiterin von Scalable Capital und Mitgründerin der UK-Tochter von Scalable.

In Finanzdienstleisterkreisen sind die Beobachtungen der Yougov-Studie nur allzu bekannt. Und das nicht allein in Reihen der traditionellen Unternehmen, sondern auch bei den jüngeren Fintech-Unternehmen. So schätzt etwa Oliver Vins, Gründer des digitalen Finanzanlagedienstleisters Vaamo, dass seine Kunden sogar zu 80 Prozent männlich sind. Für Finanzdienstleister im traditionellen wie im Online-Bereich liegt hier dementsprechend noch einiges Potenzial brach.