Umfrage zum Datenschutz Bankkunden halten ihre Daten für relativ sicher

Schalterhalle einer Sparkasse: Die Geldinstitue aus dem Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) genießen besonders hohes Vertrauen in Sachen Datenschutz. | © DSGV

Schalterhalle einer Sparkasse: Die Geldinstitue aus dem Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) genießen besonders hohes Vertrauen in Sachen Datenschutz. Foto: DSGV

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Thomas Nitschke, Berg Lund & Company

Wenn es um den Schutz ihrer Daten geht, überwiegt das Vertrauen deutscher Verbraucher in Finanzdienstleister gegenüber Krankenkassen und staatlichen Institutionen. Das zeigt die aktuelle „Datenschutz-Studie 2018“ der Unternehmensberatung Berg Lund & Company. Demnach belegen Geldinstitute den Spitzenplatz: 72 Prozent der etwa 2.000 Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage vertrauen ihnen, davon rund 42 Prozent stark beziehungsweise sehr stark. Bei den jungen Bankkunden unter 30 Jahren sind das sogar rund 47 Prozent.

Zum Vergleich: Krankenkassen folgen erst mit rund 40 Prozent starkem beziehungsweise sehr starkem Vertrauen, Staat und Behörden mit 34 Prozent. Online-Händlern oder deutschen Technologiekonzernen traut dagegen nicht einmal die Hälfte der Verbraucher beim Datenschutz. Bei ausländischen Technologie-Konzernen ist es nicht einmal jeder Dritte. Und nur gut 20 Prozent der Verbraucher trauen sozialen Netzwerken, die zunehmend für Finanzfragen und Anlagetipps genutzt werden.

Vertrauensvorsprung bei sensiblen Finanzdaten

Der Spitzenplatz für Banken und Sparkassen ist nach Ansicht der Studienautoren auch zwingend geboten, hüten diese Institute doch die aus Kundensicht sensibelsten Daten: Finanzdaten - beispielsweise Kontostände oder Transaktionen - werden von den befragten Verbrauchern als mit Abstand am schutzwürdigsten eingestuft. Fast drei Viertel der Befragten geben an, dass der Schutz dieser Daten für sie „zwingend erforderlich“ sei. Weit vor Personalien (46 Prozent) oder gar Hobbies (25 Prozent).

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„Banken genießen trotz der Finanzkrisen der Vergangenheit ein hohes Vertrauen der Kunden“, kommentiert Thomas Nitschke, Senior Partner bei Berg Lund & Company, die Umfrageergebnisse. „Gerade bei den sensiblen Finanzdaten ist das einerseits Verpflichtung, andererseits aber auch ein klarer Wettbewerbsvorteil.“ Denn spätestens durch die Umsetzung der EU-Richtlinie zu Zahlungsdienstleistungen PSD2 Anfang dieses Jahres sei ein „Kampf um den Zugang zum Kunden“ entbrannt.