Umfrage zum Thema Selbstständigkeit 9 von 10 Bankberatern rechnen mit Filialschließungen

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Christian Hammer, Geschäftsführer der NFS Netfonds Financial Service GmbH

Bankberater betrachten die Lage ihrer Branche mit Sorge: 96 von 100 befragten festangestellte Anlageberater bei Banken sehen Ertragsprobleme durch den andauernden Zinsverfall. Dies zeigt die Studie „Bankberater und private Vermögensanlage“ im Auftrag von selbstchef.de, einem Informationsportal der Hamburger NFS Netfonds Financial Service.

Auf Dauer werden die Kreditinstitute auf den Druck reagieren müssen: Mehr als 90 Prozent der Befragten rechnen mit Filialschließungen und mit einer Marktbereinigung über Fusionen. Beide Strategien haben das Ziel, durch einen Stellenabbau Kosten zu reduzieren. Dennoch halten neun von zehn Befragten ihren eigenen Arbeitsplatz für sicher. 

„Mich wird es schon nicht treffen“

Trotz der finsteren Branchenaussichten ziehen die Berater nicht den Schluss, dass ihre eigene Position in Gefahr ist. 41 Prozent gehen davon aus, dass ihr Job völlig sicher ist, weitere 51 Prozent halten es für ziemlich unwahrscheinlich, dass ihre Anstellung gefährdet ist. 

Die Top-3 Herausforderungen für Bankberater: Ertragsprobleme aufgrund der Zinsflaute, Filial-Schließungen und eine Marktbereinigung. Grafik: NFS Netfonds Financial Service GmbH

„Niemand setzt sich gern mit der Möglichkeit einer Arbeitslosigkeit auseinander“, kommentiert Netfonds-Geschäftsführer Christian Hammer die Umfrageergebnisse. „Aber die Zahlen deuten hier auf Wunschdenken hin.“ 

Fehlende Flexibilität bei den Arbeitszeiten, zu wenig Spielraum und keine Perspektive für überdurchschnittliche Einkommen frustrieren die Berater. Grafik: NFS Netfonds Financial Service GmbH

„Fast alle Berater rechnen mit einem deutlichen Stellenabbau in der Branche“, so Hammer weiter. Eigentlich können dann nicht neun von zehn Befragten denken ‚Mich wird es schon nicht treffen.’ Sinnvoller wäre es, zumindest einen Plan B in der Tasche zu haben.“