Umwelt- & Korruptionsskandale Darum fahren Investoren mit Nachhaltigkeits-ETFs besser

Windräder im US-Bundesstaat Kalifornien: Der Abgasskandal zeigt, wie wichtig ESG-Kriterien bei der Asset-Wahl sind | © Getty Images

Windräder im US-Bundesstaat Kalifornien: Der Abgasskandal zeigt, wie wichtig ESG-Kriterien bei der Asset-Wahl sind Foto: Getty Images

Europa gilt vielen Investoren als einer der interessanteren Aktienmärkte. Doch angesichts der Skandale in der Autoindustrie verbreitet sich der Eindruck, dass man Risiken nicht ausklammern kann. Die gute Nachricht: ETFs bieten einen transparenten und kostengünstigen Zugang. Denn neben Indizes auf „klassische“ Gesamtmärkte gibt es auch die sogenannten ESG-Indizes. ESG im Investment-Bereich bezeichnet Anlagen nach Umwelt- (environment) und sozialen (social) Kriterien und nach der Maßgabe guter Unternehmensführung (governance).

ESG-Indizes basieren in der Regel auf Nachhaltigkeits-Scores von Unternehmen. Aktienemittenten, die im Hinblick auf Umwelt- und Sozialbewusstsein vorbildlich sind, erhalten hier eine höhere Punktzahl als Unternehmen mit niedrigen Standards. Dies ist in etwa mit dem Credit-Rating eines Unternehmens vergleichbar – nur eben für den Bereich Nachhaltigkeit.

Die Corporate Governance von Unternehmen der Automobilindustrie muss nach den jüngsten Vorwürfen rund um die Abgaswerte mit einem dicken Fragezeichen versehen werden. Das hat auch in ESG-Indizes wie dem MSCI Europe SRI Niederschlag gefunden: Hier ist die Autobranche gegenüber dem MSCI Europe untergewichtet. Unternehmen, die mit dem Dieselskandal in Verbindung gebracht werden, sind ganz außen vor. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Untergewichtung der Autoindustrie im MSCI Europe SRI:

Risiken der Automobilindustrie ausweichen

Branchengewichtungen im MSCI Europe und MSCI Europe SRI Index (Stand: August 2017)

Der Abgasskandal verdeutlicht, warum immer mehr Investoren Assets anhand von ESG-Kriterien auswählen: Es lassen sich damit gewisse Risiken reduzieren, die zu signifikanten Kursabschlägen führen können.  Studien und Vergleiche von „klassischen“ Aktienindizes mit dem jeweiligen ESG-Pendant zeigen immer wieder: Eine nachhaltige Anlage bringt heutzutage keine Renditeeinbußen mehr mit sich.

Die Mehrheit der Privatanleger scheint das verstanden zu haben. Das zeigt auch der jüngste Erfolg der ESG-ETF-Aktionen von Direktbanken wie der ING-Diba.