Umwelttechnologie Innovatoren mit kleinem Fußabdruck

Luciano Diana, Fondsmanager des Pictet-Global Environmental Opportunities Fund: „Unternehmen auf der ganzen Welt führen nachhaltige Geschäftspraktiken ein.“

Luciano Diana, Fondsmanager des Pictet-Global Environmental Opportunities Fund: „Unternehmen auf der ganzen Welt führen nachhaltige Geschäftspraktiken ein.“

Umwelt- und Klimaschutz ist kein neues Thema. In den vergangenen Jahren jedoch hat sich die Einstellung der Gesellschaft zum Schutz des Planeten deutlich verändert. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass immer mehr Menschen am eigenen Leib erfahren, was Umweltzerstörung anrichten kann. Chinesen beispielsweise können ein Lied davon singen, soweit ihnen die verpestete Luft in den Großstädten nicht die Stimme nimmt. Die Regierung hat bereits reagiert und 2013 einen mehrere hundert Milliarden Dollar schweren Aktionsplan entwickelt, um der starken Luftverschmutzung entgegenzuwirken. Seit Anfang der 2000er Jahre haben sich die chinesischen Investitionen in die Umwelt bereits versechsfacht, und die Regierung hat angekündigt diese weiter zu verstärken.

Nicht nur in China hat sich mittlerweile eine zukunftsträchtige Industrie für Umweltprodukte und -dienstleistungen entwickelt, die auch aus Anlegersicht äußerst interessant ist. Unternehmen auf der ganzen Welt führen nachhaltige Geschäftspraktiken ein. In der Folge sind börsennotierte Unternehmen, die sich auf die Entwicklung von Umwelttechnologien spezialisiert haben, wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Zahl der Patentanmeldungen für Umweltprodukte hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht.

Innovationsfreude: Patente für Umwelttechnologie weltweit

                                                                                                 Quelle: WIPO

Ausgaben für die Umwelt: Wachstum der chinesischen Umweltausgaben (in Mrd. RMB)

                                            Quelle: CEIC, Environmental Financing Strategy, Credit Suisse, Pictet Asset Management

Von Precision Farming bis zu Smart Cities

Die wirtschaftlichen Vorteile – und damit auch die Anlagechancen – sind vielfältig. So hat die Nutzung erneuerbarer Energien dank sinkender Produktionskosten rasant zugenommen. Solarenergie dürfte bald günstiger sein als irgendeine Form von Strom auf Basis fossiler Brennstoffe. Durch eine verbesserte Energieeffizienz werden die Energiekosten weltweit gesenkt. Innovationen im Bereich Precison Farming kommen landwirtschaftlichen Betrieben zugute. Mit einem GPS-Spurführungssystem können sie bei 400 Hektar Land rund 13.000 US-Dollar an variablen Kosten pro Jahr einsparen, so dass sich die Investition bereits nach einen Jahr rechnet. Auch Städte können Ausgaben reduzieren, Stichwort Smart Cities. Barcelona spart zum Beispiel  mit intelligenter Wassertechnologie, bei der mit vernetzten Sensoren und Cloud-Servern Bewässerung und Wasserspiegel überwacht werden, jedes Jahr 58 Millionen US-Dollar ein.

Pictet AM geht davon aus, dass die Umweltprodukt-Industrie bereits 2 Billionen US-Dollar schwer ist und jährlich um 6 bis 7 Prozent wachsen kann. Unternehmen aus dem Sektor dürften den Prognosen zufolge ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum erzielen – das macht sie auch für Investoren interessant. Solche Unternehmen, die sich durch ein starkes Umweltengagement und die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen auszeichnen, die die Ressourcen der Erde schützen, bilden den Schwerpunkt im Pictet-Global Environmental Opportunities Fund.

Umweltindustrie in Zahlen:

                                         Median 2016-2018(Prognose) Umsätze CAGR (%) in Landeswährung. Quelle: Bloomberg, Pictet Asset Management

Ökologischen Fußabdruck richtig messen

Beim Aufspüren vielversprechender Unternehmen stützen sich die Experten auf ein wissenschaftlich, regelbasiertes System sowie auf traditionelles, unternehmensspezifisches Research. Zunächst gilt es, die Unternehmen mit den stärksten ökologischen Argumenten zu finden. Bei der Identifizierung der Unternehmen helfen zwei innovative Messelemente für den ökologischen Fußabdruck. Das ist zum einem das von führenden Wissenschaftlern und Ökonomen entwickelte Konzept der planetaren Grenzen (PB), das die ökologischen Schwellen für neun der schädlichsten vom Menschen verursachten Umweltphänomene festlegt und Belastbarkeitsgrenzen definiert: zum Beispiel wie viel Wasser verbraucht oder wie viel CO2 emittiert werden darf. Zum anderen wird die Lebenszyklusanalyse (LCA) genutzt, die der Berechnung des Verbrauchs an natürlichen Ressourcen und des Volumens an Schadstoffemissionen für die einzelnen Branchen dient.

Im zweiten Schritt wird das Kerngeschäft der herausgefilterten Unternehmen hinsichtlich seines Beitrags für den Erhalt der Umwelt unter die Lupe genommen. Anschließend erfolgt auf Basis eines hauseigenen Bewertungssystems eine finanzielle Analyse der Unternehmen, in die auch ESG-Kriterien integriert sind. Letztlich ergibt sich ein fokussiertes, globales Portfolio aus 50 Aktien von Unternehmen aus verschiedenen Umweltbranchen mit kleinem ökologischen Fußabdruck, aber einem gleichzeitig interessanten Risiko-Rendite-Profil.

Belastbarkeitsgrenzen des Planeten:

                                                  Quelle: Stockholm Resilience Centre, Pictet Asset Management, Daten vom 29.12.2017

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