Unabhängige Vermögensverwalter Brückenbauer für Boutiquen

Sven Hoppenhöft (links) und Thomas Reinhold vom Berenberg Vermögensverwalter Office

Sven Hoppenhöft (links) und Thomas Reinhold vom Berenberg Vermögensverwalter Office

Es geht Schlag auf Schlag. Lediglich fünf Minuten haben die Teilnehmer beim Speed-Dating Zeit, sich zu entscheiden, ob sie im Nachgang ein Rendezvous wünschen. Wir sind nicht beim „Bachelor“ im Reality-TV, sondern beim Fondskongress 2016 in Mannheim. Dort stellte das Berenberg Vermögensverwalter Office ein neues Format vor, wie Vermögensverwalter ihre Konzepte möglichst effektiv bei den interessierten Fondsentscheidern bekanntmachen. Nach jeder Kurzpräsentation (mit lediglich einer Powerpoint-Folie) stimmten die mehr als 120 Teilnehmer ab – eine grüne Karte bedeutete: Ich möchte noch mehr wissen, eine rote Karte: nein danke.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Jochen Knoesel (Knoesel & Ronge), Thilo Rohrhirsch (acevo), Carl Otto Schill (Value Partnership Management) und Wilhelm Berghorn (Mandelbrot Asset Management) hatten allesamt überwiegend grüne Kartenerhalten. Die Messebesucher waren erfreut über die effektive Möglichkeit, die kreativen Anlagestrategien neuer, noch kaum bekannter Fonds serviert zu bekommen.

„Wir haben so viel positive Resonanzerhalten, dass wir auch beim Fondskongress 2017 ein Speed-Dating mit vier neuen Konzepten anbieten werden“, sagt Sven Hoppenhöft, beim Berenberg Vermögensverwalter Office für Marketing und Vertriebsunterstützung zuständig. Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase seien Fondsentscheider bei Kreditinstituten, Vermögensverwaltern, Family Offices, Dachfonds und Finanzanlagevermittlern dringend auf der Suche nach substanziellen neuen Investmentideen, die sich beim Kunden überzeugend erklären lassen.

Immer mehr Anleger sind mit den Angeboten großer Gesellschaften nicht mehrzufrieden. Gerade jetzt seien Kreativität und Meinung gefragt: „Das Kleben an den Indizes hilft nicht weiter. Auch immer mehr große institutionelle Adressen interessieren sich für die meist innovativen Lösungen von Fondsboutiquen, weil sie bei den großen Mainstream-Anbietern nicht mehr fündig werden“, unterstreicht Hoppenhöfts Kollege Thomas Reinhold.

Talentförderung und Coaching

Berenberg sieht sich als Brückenbauer zwischen Initiator und Fondsentscheidern respektive institutionellen Investoren. Schon seit 2008 fungiert das Vermögensverwalter Office als Talentförderer und unterstützt Vermögensverwalter. „Kleinere Fondsboutiquenhaben oft die klügeren Ideen, aber zu wenig Budget, um ihr Konzept bekannt zu machen. Nach der Gründung sind sie zuerst in der Branche kaum sichtbar“, so Reinhold. Die Folge: Konzepte, die das nötige Mindestvolumen von rund 10 Millionen Euro nicht erreichen, verschwinden schnell wieder. Nicht jedoch, wenn sie die richtige Unterstützung bekommen und geeignete Distributoren erreichen. Berenberg hat dafür eine Vielzahl von Informationskanälen entwickelt (siehe Kasten).

„Wir führen regelmäßig Webinare durch. Dort stellt sich von uns moderierte in Vermögensverwalter mit seinem Konzept den kritischen Fragen der Fachteilnehmer“, so Hoppenhöft. Alle Webinare orientieren sich an einem aktuellen Marktthema und sind lösungsorientiert gestaltet. In der Regel nehmen bis zu 150 Fondsentscheider teil. Zu einem Webinar direkt nach der US-Wahl meldeten sich sogar 270 Vertriebsexperten an.

Reinhold nennt ein Beispiel: „Der Alpora Innovation Select setzt auf innovative Unternehmen. Professor Brecht von der Uni Ulm und St. Gallen hat einen Algorithmus geschaffen, der anhand von Input und Output die Innovationseffizienz eines Unternehmens bewertet.“ Kriterien wie etwa die Höhe des Forschungsbudgets würden nicht ausreichen. Ganz nebenbei werden so die Unternehmen identifiziert, die für eine Übernahme infrage kommen –mit positivem Kurspotenzial für die Aktie.

Umgesetzt wird die Strategie von Greiff Capital Management in Verbindung mit MSVI Capital. Weitere Webinare liefen 2016 etwa mit Lange Assets & Consulting, sentix Asset Management, nordIX und den Shootingstars ProfitlichSchmidlin, die die Berenberg-Experten von der Existenzgründung an begleitet haben.

Eine zusätzliche Informationsquelle ist auch der B2B-Newsletter, den das Vermögensverwalter Office an 4.300 Fachadressen sendet und der von Beratern, Fondsentscheidern und Journalisten abonniert werden kann. Verständlich, plakativ und im Rahmen einer spannenden Geschichte werden hier kreative Fondskonzepte vorgestellt. Der Vorteil für Berater: Über Berenberg erhalten sie direkt Zugang zu den Machern der Fonds.

Hohe Glaubwürdigkeit

Als weiteren Vorteil der unabhängigen Vermögensverwalter nennt Reinhold deren hohe Glaubwürdigkeit. Denn diese seien allesamt mit eigenem Geld in ihre Fondsinvestiert. Reinhold: „Es gibt dort keine Komitees, die über einzelne Positionen entscheiden. Damit sind sie auch wesentlich flexibler und schneller bei Marktveränderungen.“ Bei großen Anbietern sei der Fondsmanager hingegen oftmals nur noch Disponent und somit weniger motiviert.

Die Berenberg-Mitarbeiter suchen stets nach Konzepten, die in die Zeit passen und markante Alleinstellungsmerkmale aufweisen. „Zudem muss der Fonds ein konkretes Kundenproblem lösen, das sollte der Manager in fünf Minuten erklären können“, so Hoppenhöft. Nur dann lasse sich die Idee sinnvoll und nachhaltig zum Absatzmarkt transportieren.