Uni-Profi-Rente versus Fairr-Riester Tenhagen wehrt sich gegen Medien-Schelte

Verteidigt sich gegen die Medienschelte: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur bei Finanztip. Foto: Molgreen/Wikipedia

Verteidigt sich gegen die Medienschelte: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur bei Finanztip. Foto: Molgreen/Wikipedia

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Als jahrelanger Redakteur beim Verbrauchermagazin Finanztest fiel Hermann-Josef Tenhagen nicht gerade durch parteiische Berichterstattung auf. Nun, als Chefredakteur des Online-Verbraucherportals Finanztip, muss der Journalist und Experte in Sachen Finanzprodukte um seinen Ruf bangen. Grund ist ein Beitrag, den Tenhagen sowohl in seinem Online-Verbraucherportal Finanztip veröffentlicht als auch in der Online-Ausgabe des Spiegel platziert hatte.

In dem Beitrag geht es um die Uni-Profi-Rente von Union Investment. Genauer gesagt um die Umstellung von dem Fonds Uniglobal auf Uniglobal Vorsorge im Rahmen des Riester-Produkts. 

Tenhagen kritisiert die Umstellung und rät zwei Kundengruppen zum Widerspruch. So weit so gut. Die zunächst sachliche Argumentation, warum Union Investment mit der Umstellung den Anlegern wohl keinen Gefallen getan haben dürfte, haben wir hier zusammengefasst. Doch Tenhagen geht noch weiter. Im zweiten Teil seiner Analyse empfiehlt er ein - kostengünstigeres und seiner Ansicht nach besseres - Alternativprodukt: Fairr-Riester.

1. Vorwurf: Fairr und Finanztip „wirtschaftlich verbunden“

Auch das wäre noch nichts Besonderes, schließlich wird der Redakteur eines Verbraucherportals wohl ein gutes Produkt empfehlen dürfen. Das ist ja keine Werbung. Doch, meint der Versicherungsbote. „Fairr.de ist als so genannter Affiliate-Partner mit „Finanztip“ wirtschaftlich verbunden, dem derzeitigen Arbeitgeber von Tenhagen“, schreibt das Blatt. Im Spiegel-Kommentar finde sich aber kein Hinweis darauf. Folglich sei das „irreführende Werbung erster Güte“, moniert der Versicherungsbote.

Tenhagens Antwort: „Chinesische Mauer“ zwischen Redaktion und Marketing

Tenhagen wehrt sich. Im Gespräch mit Boerse.ARD.de gibt der Finanztip-Chefredakteur zwar zu, dass sein Portal sich unter anderem durch Affiliate-Links finanziert. Es stehe aber eine „chinesische Mauer“ zwischen den Redakteuren, die Produkte begutachten, und dem Marketing. "Nur was wir gut finden, hat auch die Chance, einen Affiliate-Link zu bekommen“, sagt er.