UniImmo-Global-Nachlese: Denkwürdige Wertberichtigung des Volks-Immobilienfonds

Spaziergänger am Frankfurter Mainufer.<br/>Foto: Getty Images

Spaziergänger am Frankfurter Mainufer.
Foto: Getty Images

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Um eine Ausschüttung, das war offensichtlich, konnte es sich bei diesem Fonds, dessen Geschäftsjahr erst am 31. März endet, nicht handeln. Pressemitteilungen der Gesellschaft? Fehlanzeige. Erst auf Nachfragen wurde bekannt, dass zwei japanische Objekte im Portfolio – Losgrößen zwischen 150 und 180 Millionen Euro – auf Anweisung der Gutachter um rund ein Viertel wertberichtigt werden mussten.

Die Höhe der Anteilspreisänderung erklärt sich nicht zuletzt durch die hohe Finanzierungsquote der betroffenen Objekte: 2010 wies der Fonds Yen-Kredite in Höhe von 213 Millionen Euro aus. Nähere Details zur aktuellen Lage werden sich wohl erst dem kommenden Rechenschaftsbericht entnehmen lassen.

De facto liegen Anteilsinhaber des UniImmo Global nun seit Jahresbeginn 2011 mit 4,15 Prozent unter Wasser und verloren auf Sicht der letzten 12 Monate 2,32 Prozent. Erstmalig in der siebenjährigen Geschichte des Fonds, einmalig in der mehr als 44-jährigen Historie aller Union- ehemals Difa-Immobilien-Fonds.

UniImmo-Global: Der Volksfonds

Die Meldung als solche wäre angesichts der zahlreichen unerfreulichen Splittermeldungen aus dem Segment der offenen Immobilienfonds in der jüngeren Vergangenheit eher eine Randnotiz wert, wäre es nicht die Union Investment Real Estate, die einen ihrer „Volksfonds“ im Wert berichtigen muss, der sich mehr oder weniger ausschließlich im Anteilsbesitz von Privatanlegern befindet.

Ein Immobilienfonds, der nicht von der Anteilsrückgabe ausgesetzt ist, sich nicht auf seine eigene Abwicklung einstimmen muss und nicht einmal unter Verkaufsdruck steht, um Liquidität zu schaffen.

Hier ist ein Immobilienfonds aus der Phalanx jener Gesellschaften betroffen, die sich bisher einzeln oder im Verbund des BVI stets von jenen „opportunistischen“, „jungen“ und „kleineren“ Anbietern „ohne eigenes Filialnetz“ abzugrenzen suchten und wussten, deren Probleme gerne als „Sonderfälle“ dargestellt wurden.

Zur Schadenfreude gibt es keinen Grund...