Universa-Chef Michael Baulig „Hochwertige PKV nicht für 59 Euro im Monat zu haben“

Michael Baulig ist Vorstandsvorsitzender des Versicherers Universa. | © Universa

Michael Baulig ist Vorstandsvorsitzender des Versicherers Universa. Foto: Universa

DAS INVESTMENT: Am 5. März 1843 wurde in Nürnberg ein Krankenunterstützungsverein für Tabakfabrikarbeiter gegründet – der Ursprung der heutigen Universa Versicherungen. Was sind für Sie die Gründe, warum sich Ihr Unternehmen über 175 Jahre hinweg bis heute am Markt behaupten kann?

Michael Baulig: Das Fundament unserer Geschäftspolitik ist Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit. Wir orientieren uns nicht am kurzfristigen Marktgeschehen, sondern konsequent am langfristigen Nutzen für unsere Versicherten, die gleichzeitig Mitglieder im Verein sind. Für unsere Außendienst- und Vertriebspartner sind wir zudem ein moderner und fairer Partner für einen gemeinsamen langfristigen Geschäftserfolg. Zudem haben wir uns am Markt als Qualitäts- und Serviceversicherer positioniert und wollen dies auch bleiben.

Wenn man sich aktuelle Medienberichte anschaut, gewinnt man nicht unbedingt den Eindruck, dass die private Krankenversicherung auch noch in weiteren 175 Jahren Bestand haben wird. Steht die PKV derzeit vor der größten Bewährungsprobe ihrer Geschichte?

Als älteste private Krankenversicherung konnten wir in unserer Unternehmensgeschichte schon einige Herausforderungen erfolgreich meistern. Fakt ist: Die PKV ist und bleibt ein Innovationsmotor in unserem Gesundheitswesen. Sie ist Partner der Leistungserbringer und durch die Querfinanzierung hat sie eine erhebliche finanzielle Bedeutung für viele Arztpraxen und Gesundheitsberufe.

Fakt ist auch, dass die PKV nicht unattraktiver geworden ist – im Gegenteil. Noch nie hat der Verbraucher so attraktive, verbraucherfreundliche Rahmenbedingungen wie heute vorgefunden. Das Geschäft in der Vollversicherung hat in den vergangenen Jahren vor allem dadurch gelitten, dass mehr Selbstständige in versicherungspflichtige Beschäftigungen gekommen sind als zuvor.

Die Nachfrage hat allerdings – bei steigenden GKV-Höchstbeiträgen von mittlerweile über 800 Euro monatlich – in der gesamten Branche, wie auch bei uns, wieder zugenommen. Zudem boomen private Zusatzversicherungen, vor allem im Bereich Zahnzusatz und Pflege. Der Markt bietet hier weiter riesige Absatzchancen. Bisher haben erst rund 4 Prozent der Deutschen gegen das existenzielle Risiko einer Pflegebedürftigkeit vorgesorgt.