Unwissen, Desinteresse, Staatsgläubigkeit 5 Gründe, warum Altersvorsorge in Deutschland scheitert

Wohnhaus: Laut Spiegel bringen es die Deutschen seltener zu Wohneigentum als ihre europäischen Nachbarn. Foto: Getty Images

Wohnhaus: Laut Spiegel bringen es die Deutschen seltener zu Wohneigentum als ihre europäischen Nachbarn. Foto: Getty Images

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Obwohl Deutschland über beachtliche Wirtschaftsstärke verfügt, liege das Vermögen der Deutschen weit unter dem Durchschnitt anderer europäischer Länder. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Titelgeschichte (Printausgabe). Wenn es so weitergeht, werden bald Millionen von Rentnern dem Staat auf der Tasche liegen, schreiben die Spiegel-Redakteure und nennen fünf Gründe, warum die Vermögensbildung und die Altersvorsorge in Deutschland scheitern. 

1. Staatsgläubigkeit

„In Deutschland herrscht eine größere Staatsgläubigkeit als in anderen Industrieländern“, zitiert Spiegel Thorsten Hens. Die Deutschen gingen davon aus, dass der Staat für alles sorgen würde, so der Verhaltensökonom vom Institut für Banking und Finance an der Universität Zürich. 

2. Vorliebe für Girokonten und Sparbücher - oder extremes Zocken

Etwa 1,2 Billionen Euro liegen nach Spiegel-Informationen bar oder auf Girokonten herum. Dort bekommen sie laut der Bundesbank aber nur durchschnittlich 0,13 Prozent Zinsen. „Die meisten Deutschen glauben, dass ihr Geld auf dem Sparbuch sicherer ist“, zitiert Spiegel den Berliner Ökonom Henrik Enderlein.

Das andere Extrem ist laut Spiegel der „blauäugige Zocker“, also Anleger, der auf hoch spekulative Beteiligungen wie Containerschiffe oder Riesenräder setzt, ohne sich der Risiken bewusst zu sein. 

3. Wenig Wohneigentum 

Laut Spiegel bringen es die Deutschen seltener zu Wohneigentum als ihre europäischen Nachbarn. Nur etwa 53 Prozent der Bundesbürger wohnen in einer eigenen Immobilie. In Frankreich sind es 65 Prozent, in Italien 73 Prozent, in Spanien 79 Prozent.