US-Aktien und ETFs „Im S&P 500 finden sich durchaus noch günstig bewertete Branchen“

Supermarkt-Apotheke in Miami. Auch in den USA wächst der Gesundheitsmarkt mit der alternden Bevölkerung. | © Getty Images

Supermarkt-Apotheke in Miami. Auch in den USA wächst der Gesundheitsmarkt mit der alternden Bevölkerung. Foto: Getty Images

„Schon lange gelaufen, dann noch die Trump-Rallye, hohe Bewertungen, seit Ende Februar lustlos“: Wer nach taktischen Einschätzungen zum US-Aktienmarkt sucht, findet viele, die hier für Untergewichtung plädieren. Mein Eindruck: Generell wird von vielen Investoren gegenwärtig eher Europa präferiert.

Da aber US-Aktien zur strategischen Allokation vieler Portfolios einfach dazugehören, kann man sich schon fragen, was man da noch optimieren soll. Eine Beobachtung könnte einen Anhaltspunkt bieten: Nicht alle Branchen im S&P 500 sind gleichermaßen hoch bewertet. So waren beispielsweise Titel aus dem Gesundheitssektor Ende des ersten Quartals gemessen am Durchschnitt des US-Aktienmarkts und historischen Werten noch günstig.

Wohl der wichtigste Grund: Spätestens seit dem Wahlkampf herrscht große Unsicherheit bezüglich der US-Gesundheitspolitik. Und diese hält nach der erst einmal gescheiterten Reform durch die Trump-Administration noch an.

Gesundheitsausgaben wachsen – auch in den USA

Doch auch andere Faktoren könnten wieder mehr und mehr in den Blickpunkt von Investoren geraten: zum Beispiel die Tatsache, dass auch in den USA der Gesundheitsmarkt mit der alternden Bevölkerung wächst (siehe Grafik).

Gesundheitsausgaben
                                                                    Quelle: BlackRock Investment Institute und OECD, März 2017

Die Balken zeigen die Gesundheitsausgaben als Prozentsatz des nominalen BIP.

* Für China bezieht sich der grüne Balken auf 2014.

Oder ein Aspekt, der auf Ziele von Trump zurückgeht: Die Rückkehr von Kapital in die USA wird begünstigt. Das könnte die Fusionstätigkeit auch unter Unternehmen im Gesundheitssektor befeuern – und Kurse treiben. Auf andere Branchen wie den Energiesektor oder die Ölförderung haben die Entscheidungen der Regierung Trump ebenfalls direkten Einfluss, mit der möglichen Folge steigender Unternehmensgewinne und Kurse.

Wer Überlegungen solcher Art anstellt und sein Portfolio entsprechend ausrichten will, kann das auch mithilfe von ETFs tun. Die Auswahl an ETFs für bestimmte Branchen innerhalb des S&P 500-Universums ist jedenfalls groß und wächst weiter. Ein Blick darauf lohnt sich.