US-Aktienmarkt: Obamacare stärkt Gesundheitsbranche

Christophe Eggmann von Swiss & Global

Christophe Eggmann von Swiss & Global

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Christophe Eggmann ist Fondsmanager des JB Health Opportunities Fund (WKN: A1C6S3) bei Swiss & Global Asset Management.

Am 28. Juni bestätigte der Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten (US Supreme Court), dass der „Patient Protection and Affordable Care Act (PPACA)“ – also die Reform des Gesundheitswesens, die auch als „Obamacare“ bezeichnet wird – verfassungsgemäß sei. Durch dieses historische Urteil sind alle US-Bürger und Personen mit legalem Wohnsitz in den USA verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen oder eine Geldstrafe zu bezahlen.

Die Haushaltsbehörde des US-Kongresses schätzt, dass die Zahl der neu versicherten Patienten 2014, also in dem Jahr, in dem die meisten Veränderungen anstehen, um 18 Millionen steigen wird. Bis 2020 rechnet die Behörde mit 32 Millionen Versicherten. Arbeitgeber mit über 200 Beschäftigten sind automatisch verpflichtet, für ihre Mitarbeitenden eine Krankenversicherung abzuschließen. Personen, die in kleineren Unternehmen beschäftigt sind, können sich an Versicherungsbörsen absichern.

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Politisches Spiel um Medicaid

Der Teil des Gesetzes, der den Bundesstaaten unter Androhung der Streichung jeglicher finanziellen Unterstützung vorschreibt, Medicaid auszuweiten, wurde vom Gericht als zu einschränkend und daher verfassungswidrig eingestuft. Medicaid ist das staatliche Versicherungsprogramm für alle Erwachsenen unter der Altersgrenze von 65, deren Einkommen unterhalb von 133 Prozent der staatlichen Armutsgrenze liegt.

Mit dem Urteil wird die Beteiligung der Bundesstaaten freiwillig. Rick Perry, der Gouverneur von Texas, kündigte im Verbund mit anderen republikanischen Gouverneuren kürzlich an, sein Staat werde an der Ausweitung von Medicaid nicht teilnehmen.

Aus Gründen einer finanziellen Belastung von Medicaid werden Bundesstaaten wohl kaum ablehnen. Die US-Regierung trägt nämlich die Kosten für die Ausweitung in den ersten drei Jahren in vollem Umfang und danach zu 90 Prozent. Die Maßnahme unterstreicht jedoch die Spaltung zwischen Demokraten und Republikanern beim Thema Obamacare und zeigt auf, was bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden November auf dem Spiel steht.

Die Märkte reagierten auf das Gerichtsurteil zunächst verhalten. Dennoch ist das Urteil aus unserer Sicht bis zu den Wahlen im November ein positives Signal für Aktien von Gesundheitsunternehmen.