US-Aktienmarkt „Robuste Konjunktur und solide Bilanzen“

Das Pharmaunternehmen Pfizer zählt zu den Kernbeständen des Fidelity America Funds. (Foto: Getty Images)

Das Pharmaunternehmen Pfizer zählt zu den Kernbeständen des Fidelity America Funds. (Foto: Getty Images)

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Herr Agudo, ist der US-Aktienmarkt angesichts des hohen Kursniveaus schon überhitzt oder lohnt sich der Einstieg noch?

Angel Agudo: „Der amerikanische Aktienmarkt hat sich nun schon längere Zeit ausgezeichnet entwickelt. Dabei sind die Kurse überdurchschnittlich gestiegen, ohne dass es bisher zu einem entsprechenden weiteren Ertragsanstieg in der Breite des Marktes gekommen ist. Das bedeutet, dass die durchschnittliche Bewertung amerikanischer Aktien – zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis – nicht mehr so attraktiv wie in der Vergangenheit ist. Damit der Markt insgesamt weiter steigt, muss daher meiner Ansicht nach erst das Gewinnwachstum weiter zulegen.“

Gibt es dafür positive Signale?

„Ermutigend ist aus meiner Sicht, dass die US-Konjunktur sehr robust ist und die amerikanischen Unternehmen über solide Bilanzen verfügen. Das sind wichtige Voraussetzungen für weiteres gesundes Wachstum. Zudem erfährt die US-Wirtschaft starke strukturelle Unterstützung durch ihr innovationsfreundliches Geschäftsklima sowie die gesunkene Abhängigkeit von Energieimporten dank vermehrter Förderung von Öl und Gas aus heimischen Quellen. Des Weiteren durchlaufen die USA im Konjunkturzyklus derzeit eine kräftige Erholungsphase. Das lässt sich an dem anhaltenden Aufschwung des Eigenheimmarkts und dem eindrucksvollen Beschäftigungsaufbau deutlich erkennen. So ist die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten inzwischen wieder niedriger als vor Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007/2008.“

Wie wollen Sie diese Entwicklungen nutzen?

„Als aktive Manager sehen wir gute Chancen, um mit dem Fidelity America Fund auch künftig ein überdurchschnittliches Ergebnis zu erzielen. Denn wie immer gibt es Unternehmen, die sich besser entwickeln als der Markt, und wir sind überzeugt, dass wir diese durch eingehende Analysen identifizieren können. Wir gehen innerhalb des Gesamtmarkts sehr selektiv vor und versuchen dabei, von starken individuellen Trends auf Unternehmensebene zu profitieren. In diesem Zusammenhang erwarte ich für die zweite Hälfte des Jahres 2015 weiterhin zahlreiche Unternehmensfusionen und Übernahmen, die für attraktives Kurspotenzial sorgen können. Ich sehe also nach wie vor vielversprechende Anlagemöglichkeiten am US-Aktienmarkt. Dabei konzentriere ich mich weiterhin auf Unternehmen, deren fundamentale Qualitäten vom Markt noch unterschätzt werden. Solche Aktien sind entsprechend günstig bewertet und weisen gleichzeitig ein geringeres Rückschlagpotenzial auf als teurere Titel.“

Können Sie Beispiele für erfolgversprechende Aktien nennen?

„Ich verfolge im Fidelity America Fund keine spezielle Branchenstrategie, sondern wähle die Aktien strikt nach der Qualität der einzelnen Unternehmen aus. Die Branchenstruktur ist also das Ergebnis einer strengen Einzeltitelselektion. Derzeit hält der Fonds überdurchschnittlich viele Aktien aus den Bereichen Gesundheit, Informationstechnik (IT) und Industrie. Dort finden sich weiterhin attraktiv bewertete Unternehmen, deren fundamentale Situation solide ist und sich weiter verbessert.

Im Gesundheitssektor liegt der Schwerpunkt der Positionen aktuell auf Arzneimittelherstellern und Dienstleistern. Zu den Kernbeständen im Fonds gehören hier die Pharmaunternehmen Eli Lilly und Pfizer, deren laufende Produktinnovationen unterschätzt werden und deren Abwärtspotenzial begrenzt erscheint. Bei den Gesundheitsdienstleistern sind wir vor allem in Cigna und Anthem engagiert. Beide sollten von den US-Gesundheitsreformen und der Alterung der Bevölkerung profitieren.“