US-Staatsanleihen Trotz steigender Risiken: Warum Hedgefonds jetzt Bonds kaufen

Das „White House“ in der US-Hauptstadt Washington, Amts- und offizieller Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten | © Aaron Kittredge

Das „White House“ in der US-Hauptstadt Washington, Amts- und offizieller Regierungssitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten Foto: Aaron Kittredge

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In den jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission per Ende 25. April fällt die Verschiebung bei 10-jährigen Futures besonders ins Auge. Demnach hat die Gruppe der Hedgefonds die Rekordsumme von 255.942 Netto-Long-Kontrakten aufgebaut. Die Neigung ist so stark auf steigende Kurse verschoben, dass die Gruppe bei einen Ausverkauf am Bondmarkt so verletzbar ist, wie seit 2008 nicht mehr.

Die Meinungsänderung kommt zu einem gefährlichen Zeitpunkt. Während nahezu niemand erwartet, dass die Federal Reserve am Mittwoch die Zinsen anheben wird, wetten die Händler darauf, dass die Zentralbank ihre Pläne für zwei weitere Zinsschritte im Laufe des Jahres bestätigen wird. Und womöglich wird sie auch weitere Hinweise darauf liefern, was das weitere Vorgehen bezüglich einer Reduzierung der Zentralbankbilanz angeht.

Zudem wird am selben Tag das US-Finanzministerium im Zuge seiner vierteljährlichen Refinanzierungsankündigung Unterlagen veröffentlichen, die vielleicht neues Licht auf die Möglichkeit von ultra-langlaufenden Bondsemissionen werfen, was bereits für Kursverluste bei 30-jährigen Papieren gesorgt hatte.

„Eine Menge Risiken“

„Ich bin mir nicht sicher, warum die Leute am langen Ende des Marktes long gehen, besonders angesichts einer Fed, die über eine Reduzierung der Bilanz spricht“, sagt Charles Comiskey, Leiter Treasury-Handel bei der Bank of Nova Scotia in New York. „Es gibt eine Menge Risiken“ auch bei Long-Wetten auf kürzer laufende Anleihen, ergänzt er.

Investoren wie Hedgefonds sind in der Regel ein Kontra-Indikator, da sich die Märkte im folgenden Monat öfter entgegen als mit der Positionierung bewegen, sagt Jay Barry von JP Morgan Chase & Co. in New York. Er war skeptisch mit Blick auf Short-Positionen der Spekulanten im späten Januar. Die Positionen wurden seither sukzessive aus dem Markt gedrängt, nachdem die Renditen im April auf neue Tiefstände für das Jahr 2017 fielen.

Man muss fairerweise sagen, dass Hedgefonds jetzt nicht auf einmal alles auf eine Karte setzen, und dass die Long-Positionen bei Weitem nicht so groß ausfallen wie die Short-Wetten zu Jahresbeginn.