US-Wahlausgang Kommt es zum Handelskrieg?

Nach der Wahl von Trump zum künftigen US-Präsidenten legt die EU das Freihandelsabkommen TTIP auf Eis. Trumps Politik bezüglich Handel und Zöllen wird mit Spannung erwartet. | © Getty Images

Nach der Wahl von Trump zum künftigen US-Präsidenten legt die EU das Freihandelsabkommen TTIP auf Eis. Trumps Politik bezüglich Handel und Zöllen wird mit Spannung erwartet. Foto: Getty Images

Wir sind relativ gut für die Marktvolatilität gerüstet, die wir seit des etwas überraschenden Wahlsiegs von Donald Trump erlebt haben. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist ein zentrales Thema, für das wir uns in den letzten Monaten positioniert haben. Daher sind wir bei unseren Risikoallokationen das ganze Jahr über vorsichtig vorgegangen. Wir haben unsere Strategien auf höhere Volatilität ausgerichtet und das Aktien- und Kreditrisiko in den Portfolios abgesichert. Unsere eher defensive Positionierung bei Aktien und Anleihen aus Industrieländern haben wir ebenfalls beibehalten.

US-Wirtschaft aus makroökonomischer Sicht nicht allzu positiv

Künftig werden wir eine abwartende Haltung einnehmen, um die besten Chancen zu identifizieren. Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten haben sich unseres Erachtens nicht unmittelbar geändert, sodass wir keinen Bedarf für reaktive Maßnahmen sehen. Unserer Ansicht nach ist die unmittelbare Folge dieses Wahlausgangs eindeutig verstärkte Volatilität.

Es ist allerdings weniger klar, wie sich die Dinge in den kommenden Wochen und Monaten weiterentwickeln werden. Insgesamt hängen die Folgen des Wahlsiegs von Trump davon ab, ob er seine Meinungen über Handel und Zölle in die Tat umsetzt oder sich mehr an der Mitte orientiert.  Die negativen Auswirkungen eines Handelskriegs auf das Wirtschaftswachstum würden wohl zu einem Verfall der Renditen von US-Schatzanleihen führen.

Aus makroökonomischer Sicht haben wir die US-Wirtschaft in letzter Zeit nicht allzu optimistisch beurteilt. Das Einkommenswachstum in den USA war rückläufig, wohingegen die Löhne steigen. Dieses Phänomen wirkt sich in unseren Augen negativ auf das Wachstum aus. Die künftigen Renditen werden auch von möglichen fiskalpolitischen Anreizen der US-Regierung beeinflusst. Daher nehmen wir eine vorsichtige Haltung ein, bis hier größere Klarheit besteht.