Nach Konsolidierung „Biotechs stehen kurz vor einem neuen Entwicklungsschub“

Erwartet Kurssprünge bei Biotechs: Martin Stötzel, Rhein Asset Management   | © Rhein Asset Management

Erwartet Kurssprünge bei Biotechs: Martin Stötzel, Rhein Asset Management Foto: Rhein Asset Management

Anleger haben derzeit gute Chancen, von gezielten Anlagen in Biotechnologie-Aktien zu profitieren. Zwar hat der Index Nasdaq Biotechnology, der die führenden Biotechnologie-Werte der USA zusammenfasst, in den vergangenen Monaten mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das hat laut Branchenbeobachtern mit dem Handelskrieg zwischen den USA und China zu tun.

Von Übernahmen profitieren

Doch sollten sich die Sorgen um die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken als übertrieben herausstellen, könnte der Biotech-Sektor bei einer Erholung besonders interessant werden.
Das hat mit den Entwicklungszyklen dieser hoch technisierten Branche zu tun. So investiert Novartis gerade fast 9 Milliarden US-Dollar in die Übernahme der Gentechnikfirma Avexis.

Die Aktionäre sollen 218 Dollar pro Aktie erhalten. Das entspricht einem Aufschlag von 72 Prozent gemessen am Durchschnittskurs zwischen Anfang März und Anfang April. Wer die Entwicklungen und Innovationen der Branche im Blick behält, versteht und einordnen kann, wird die richtigen Aktien für sein Depot finden.

Zugleich muss klar sein, dass ein Biotech-Investment kein Selbstläufer ist. Ein aktuelles Beispiel ist die US-Firma Incyte Pharma. Ein klinischer Durchbruch des Krebsmittel Epacadostat hätte zu enormen Umsatzsteigerungen bei Incyte und zu Kursgewinnen für Investoren geführt. Anfang April ist eine Studie über den Erfolg von Epacadostat, einem Enzyminhibitor von Incyte, in Kombination mit Keytruda, einer vom US-Konzern Merck vermarkteten Therapie, jedoch kurzfristig gescheitert. Die Aktie von Incyte verlor innerhalb eines Tages rund 20 Prozent.

Autor Martin Stötzel ist geschäftsführender Teilhaber bei der im luxemburgischen Wasserbillig ansässigen Rhein Asset Management.