Value & Growth: Nicht alles auf eine Stilrichtung setzen

Baran Kaya vom Investmentpool Argentos

Baran Kaya vom Investmentpool Argentos

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„Value“ und „Growth“ werden in der Fondsbranche oft als die klassischen Investmentstil-Gegensätze bezeichnet. Value-Manager nämlich setzen auf Substanz, also auf Unternehmen, die reale Werte zu bieten haben. Typisch für diese Unternehmen ist zum Beispiel ein Geschäftsmodell, das sich bereits bewährt hat. Der Value-Manager fokussiert sich dabei auf die aktuellen und in der Vergangenheit erzielten Erträge in der Hoffnung, dass der sogenannte innere Wert des Unternehmens deutlich über dem an der Börse gehandelten Aktienkurs liegt.

Der Growth-Manager hingegen blickt nach vorne. Unternehmen, die seiner Meinung nach in Zukunft hohe Zuwächse generieren können, beispielsweise weil sie neue Produkte auf den Markt bringen oder in wachstumsorientierten Branchen tätig sind, stehen auf seiner Wunschliste ganz oben. Im Mittelpunkt des Growth-Gedankens steht dabei die Hoffnung, überdurchschnittliche Umsätze und Renditen zu erzielen. Problematisch wird es jedoch, wenn die Erwartungen zu hoch sind und sich in bestimmten Marktsituationen nicht erfüllen können, wie es das Beispiel der IT-Blase am Anfang dieses Jahrtausends (Dotcom-Blase) zeigt.

Die Kombination von Value und Growth

Ob langfristig Value- oder Growth-Stil eine höhere Rendite liefert, ist stark abhängig von dem ausgewählten Zeitraum. Analysiert man den Zeitraum vom Anfang 1999 bis Ende Mai 2012, ergibt sich ein klarer Vorteil zugunsten der Value-Strategie. Deren absolute Rendite beträgt 46,69 Prozent im Vergleich zum Growth-Ansatz mit nur 13,27 Prozent. Die Volatilität bei Value-Werten beträgt im gleichen Zeitraum 15,63 Prozent pro Jahr und liegt somit unter dem Wert der Growth-Kategorie (16,43 Prozent), wie in der folgenden Tabelle zu erkennen ist.  

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Verschiebt man jedoch die Zeitraum auf die vergangenen zehn Jahre (2002-2012), ist diese Überlegenheit nicht mehr gegeben. Im Gegenteil: In diesem Zeitraum ergibt sich sogar eine leicht höhere Rendite für die Growth-Kategorie:

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In unterschiedlichen Marktphasen wechselt die Überlegenheit beider Stile gegenüber dem anderen so schnell, dass langfristig ein rechtzeitiger Wechsel nahezu unmöglich ist. Anleger sollten deshalb beide Stile im Auge behalten und miteinander kombinieren.