Ve-Ri Listed Infrastructure Dieser Veritas-Fonds profitiert von Infrastrukturprojekten

Zur Infrastruktur zählen alle Elemente, die für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar sind, zum Beispiel das Verkehrsnetz. | © pixabay.com

Zur Infrastruktur zählen alle Elemente, die für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar sind, zum Beispiel das Verkehrsnetz. Foto: pixabay.com

Christian Riemann, Veritas Investments

In Industriestaaten wie auch Schwellenländern stehen Billionen-Investments an. „Weltweit zeigen sich in vielen Volkswirtschaften ähnliche Herausforderungen: Entweder muss eine moderne Infrastruktur geschaffen oder eine mittlerweile marode ersetzt werden“, sagt Christian Riemann von Veritas Investments. Nach Einschätzung des Fondsmanagers wird allein die chinesische Zentralregierung in den kommenden drei Jahren umgerechnet 632 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur stecken, die Vorhaben reichen von Kraftwerken über Eisenbahnen und Wasserstraßen bis hin zu Schiffs- und Flughäfen.

Dem steht auch die größte Volkswirtschaft der Welt nicht nach. „Laut ersten Plänen der neuen US-Regierung sollen 50 Infrastrukturprojekte mit einem Investitionsbedarf von zusammen 137,5 Milliarden US-Dollar angegangen werden, umgerechnet 130 Milliarden Euro“, so Riemann. Insgesamt könne die Summe der Ausgaben sogar auf eine Billion US-Dollar steigen. Das elektrisiert den Manager des Ve-Ri Listed Infrastructure, der mit seinem Fonds in Aktien von Unternehmen investiert, die Infrastruktur bereitstellen und betreiben: „Es ist zu erwarten, dass gerade börsennotierte Unternehmen an diesem Boom im Infrastruktursektor teilhaben werden.“

Zu Riemanns Anlageuniversum zählen Energienetzwerke, Transportwege, Wasserstraßen und Kommunikationsanbieter. Ein Infrastrukturwert qualifiziert sich laut Veritas nur dann für das Anlageuniversum, wenn mindestens 50 Prozent des Umsatzes aus diesen auch Kerninfrastruktur genannten Bereichen stammen. Nicht ins Portfolio sollen dagegen Unternehmen, die Energie gewinnen. Auch Zulieferer und Dienstleister schließt der Fondsmanager aus, ebenso soziale Infrastruktur wie beispielsweise Krankenhäuser.

Umgestellte Anlagestrategie

Riemann steuert den bereits im Jahr 2001 aufgelegten und 27 Millionen Euro schweren Fonds seit November 2012. Seine im Mai 2014 umgestellte Anlagestrategie folgt festen Regeln, die günstige, aber dennoch stabile Unternehmen auswählen sollen: „Mit unserem systematischen Ansatz finden wir unterbewertete Aktien, die in der Vergangenheit bereits gezeigt haben, dass sie schwankungsärmer auch durch volatile Phasen an den Börsen weltweit kommen.“ Zudem könne er auf diese Weise den Unsicherheitsfaktor Mensch von vornherein ausschließen.

Auf Sicht von drei Jahren hat Riemann auf diese Weise den Anteilspreis seines Fonds um 53 Prozent gesteigert. Der Infrastruktur-Aktienindex NMX Infrastructure Composite TR legte im gleichen Zeitraum lediglich um 47 Prozent zu. In den ersten drei Monaten dieses Jahres lag der Wertzuwachs des Fonds bei 5,9 Prozent. Ende März hat Riemann zuletzt Hand an das Portfolio gelegt, das sogenannte Rebalancing erfolgt regelmäßig einmal pro Quartal. Von den insgesamt 30 Positionen des Portfolios hat er acht Titel ausgetauscht.

Basis dafür ist ein systematischer Auswahlprozess, der die rund 300 Titel des Anlageuniversums in einer Rangliste sortiert. Auch nachhaltige Kriterien wie eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung fließen in diese Bewertung ein. Die 30 bestplatzierten Werte bilden jeweils das Portfolio.

Das Gewicht der einzelnen Titel ist nahezu gleich verteilt, die Top-Position des Ve-Ri Listed Infrastructure nimmt momentan der Flughafen Zürich mit 3,4 Prozent Anteil am Fondsvermögen ein. Zum ersten Mal dabei ist unter anderem Abertis Infraestructuras, ein spanischer Anbieter von Verkehrsinfrastruktur und Telekommunikation.