Verbraucherschützer mahnen Kreissparkasse Tübingen ab Müssen Kunden Strafzinsen auf Riester-Vertrag zahlen?

Logo an einer Sparkassenfiliale: Verbraucherschützer mahnen Kreissparkasse Tübingen wegen Negativzinsen auf Riester-Verträge ab | © Getty Images

Logo an einer Sparkassenfiliale: Verbraucherschützer mahnen Kreissparkasse Tübingen wegen Negativzinsen auf Riester-Verträge ab Foto: Getty Images

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat die Kreissparkasse Tübingen wegen ihrem Riester-Banksparplan „Vorsorge-Plus“ abgemahnt. Der Grund ist die negative Grundverzinsung der Verträge von derzeit 0,5 Prozent im Jahr.

Wie könne es sein, dass eine Bank ein Riester-Produkt mit einem Negativzins anbietet, obwohl Verbraucher angehalten sind, die größer werdende Lücke der gesetzlichen Rente durch privates Sparen auszugleichen?, empören sich die Verbraucherschützer. Wenn die Sparkasse den Zins nicht zurücknimmt, drohen sie mit einer Klage.

Die Kreissparkasse streitet die Vorwürfe als falsch ab. Der Negativzins komme nicht bei den Kunden an, erklärt ein Sparkassen-Sprecher auf Nachfrage von DAS INVESTMENT.com. Denn zum Produkt gehöre auch eine Bonusverzinsung, die mit dem Negativzins verrechnet werde, so dass die Kunden am Ende im Plus seien. "Das war bereits in der Vergangenheit durchgehend der Fall, ist aktuell bei allen Kunden so und wir werden auch künftig keine Negativzinsen auf unser Produkt „Vorsorge-Plus“ verlangen".

Der Fall erinnert an den Negativzins der Volksbank Reutlingen, die von den Verbraucherschützern ebenfalls abgemahnt wurde. Das Finanzinstitut sah in seinem Preisaushang ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent für Privatkunden vor. So sollten Girokonten ab dem ersten Euro und Einlagen ab 10.000 Euro mit den Strafzinsen belegt werden.

Nach der Abmahnung nahm die Volksbank den Negativzins zwar zurück. Da sie sich aber weigerte, eine rechtsverbindliche Unterlassungserklärung zu unterschreiben, klagten die Verbraucherschützer trotzdem.