Veritas Investment: Fakten statt Fiktion

Dirk Söhnholz von Veritas Investment

Dirk Söhnholz von Veritas Investment

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Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Das bekannte Zitat könnte ein Leitmotiv für Veritas Investment sein: „Untersuchungen bestätigen immer wieder, dass Vorhersagen über die wirtschaftliche Entwicklung eine unzureichende Basis für Investmententscheidungen sind“, sagt Dirk Söhnholz, Sprecher der Geschäftsführung bei der Frankfurter Investmentboutique.

Ein Problem, das sich infolge der Finanzkrise im Jahr 2008 noch verschärft hat. Denn um die weltweite Konjunktur vor Schlimmerem zu bewahren, haben die Notenbanken zu unkonventionellen Maßnahmen wie der quantitativen Lockerung gegriffen. „Dadurch“, so Söhnholz, „kommt extrem viel Liquidität in die Märkte. Und es ist nur schwer abzuschätzen, wohin diese fließt.“

Veritas Investment geht deshalb bei ihren benchmarkunabhängigen Fonds, zu denen neben den vermögensverwaltenden Fonds auch Quality-Value-Aktienfonds zählen, einen anderen Weg. „Wir managen unsere Fonds nach vier systematischen, prognosefreien Investmentansätzen. Einer davon ist unser bewährtes Trendphasenmodell, das bei den ETF-basierten Fonds eingesetzt wird“, so Söhnholz.

Flexible Asset-Quoten

Beim ETF-Dachfonds, der in Aktien, Rohstoffe, Immobilienaktien/ REITs, Renten und Geldmarkt investiert und bei dem sich die Aktienquote zwischen 0 und 100 Prozent bewegen kann, funktioniert dies so: „Wir arbeiten im Aktien- und Rohstoffbereich auf Basis unseres Trendphasenmodells mit täglichen und wöchentlichen Signalen“, erklärt Fondsmanager Marcus Russ.

Seit Jahresanfang setzt er die täglichen Signale jedoch nur noch ab gewissen Schwellenwerten um. Ansonsten werden diese aufsummiert und bei der wöchentlichen Anpassung berücksichtigt. „Das spart Handelskosten und reduziert Fehlsignale, was letztlich der Performance des Fonds zugute kommt“, so Russ.

Zudem gab es eine weitere Feinjustierung am Investmentprozess. Bislang wurde auch der Rentenanteil nach dem Trendphasenmodell allokiert. „Wir haben dort jetzt eine feste Gewichtung für die einzelnen Anleihesegmente festgelegt, die wir jährlich anpassen“, erläutert Russ. Insgesamt aber kann sich auch das bisherige Ergebnis beim ETF-Dachfonds sehen lassen. Er kommt seit Auflage im April 2007 auf einen durchschnittlichen Zuwachs von rund 4,4 Prozent pro Jahr.

Ein defensiver Baustein aus der Fondsfamilie von Veritas Investment ist der A2A Defensiv, der am 18. September in Veri ETF-Allocation Defensive umbenannt wird. Er investiert vor allem diversifiziert in Rentenmärkte, seine Aktienquote liegt bei maximal 30 Prozent. Während der Aktienteil im Portfolio ebenso gemanagt wird wie beim ETF-Dachfonds, kommt beim Bond-Anteil die Risk@Work-Methode zum Einsatz.

Das Modell, das bisher ausschließlich institutionellen Investoren zugänglich war, hilft das Verlustrisiko, das in einem Portfolio oder einer Anlageklasse steckt, auf Basis von Simulationen von Vergangenheitsdaten abzuschätzen. „Unser Ziel ist, den maximalen jährlichen Verlust auf 6 Prozent zu begrenzen“, sagt der Fondsmanager. Auch hier verlassen sich die Experten also nicht auf Prognosen. Denn die sind eben unsicher. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.


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Lesen Sie auf der nächsten Seite ein kurzes Interview mit Dirk Söhnholz von Veritas Investment über die Notwendigkeit, eine klare Investmentphilosophie zu vertreten und diese konsequent zu verfolgen.