Vermögensmanagement Warum der digitale Wandel Beratern Vorteile bietet

„Sophia“, heißt der dem menschlichen Körper nachempfundene Roboter des Hongkonger Unternehmens Hanson Robotics, der während einer internationalen Telekommunicationsmesse am 7. Juni in Genf vorgestellt wurde. | © Getty Images

„Sophia“, heißt der dem menschlichen Körper nachempfundene Roboter des Hongkonger Unternehmens Hanson Robotics, der während einer internationalen Telekommunicationsmesse am 7. Juni in Genf vorgestellt wurde. Foto: Getty Images

Thorsten Michalik, „Head of Retail Distribution, EMEA and APAC“

343 Milliarden Euro oder 4.183 Euro pro Bundesbürger in sieben Jahren – so hoch sind die Zinseinbußen der Deutschen durch das Niedrigzinsumfeld. Hinzu kommt die Inflation, die zur weiteren Erosion aufgebauter Vermögen führt. Trotz langsam anziehender Inflation wird eine Zinswende in der EU noch eine Weile auf sich warten lassen – zu groß wäre etwa die Belastung für die südeuropäischen Peripheriestaaten.

Schon ein Leitzins von 0,5 Prozent würde diesen Ländern zusätzliche Zinskosten in Höhe von 50 Milliarden Euro bescheren. Einen solchen Schritt wird sich die Europäische Zentralbank also sehr genau überlegen.

Inflation bei gut 2 Prozent, Leitzins bei 0 Prozent: Das bedeutet für den deutschen Sparer also weiterhin einen realen Vermögensverlust. Und trotzdem liegen immer noch mehr als 2 Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten. Eine Lösung für das Zinsdilemma wären Aktien oder Investmentfonds: Solche Produkte halten aber gerade einmal 15 Prozent der Bevölkerung. Der Nachholbedarf ist also gigantisch.

Finanzberatung ist im Wandel

Für qualifizierte Anlageberater ist das natürlich eine große Chance. Gleichzeitig ist die Finanzberatung aber im Wandel. Auf der einen Seite etwa verlangen erweiterte regulatorische Rahmenbedingungen eine viel umfassendere Dokumentation des Verkaufsprozesses, was auch die Kosten der Beratung erhöht.

Auf der anderen Seite ist es vor allem das veränderte Informations- und Kaufverhalten vor allem junger Menschen. Die Welt ist digital: 72 Millionen Deutsche nutzen das Internet, etwa die Hälfte von ihnen ist in den sozialen Medien aktiv. Viele Berater stehen deshalb vor der Herausforderung, eine qualifizierte Anlageberatung auch für kleinere Beträge wirtschaftlich und idealerweise digital darstellen zu können.

Wo dies hinführen kann, zeigt ein Blick in die USA: Dort nutzen heute schon 89 Prozent der Anlageberater die sozialen Netzwerke, um mit ihren Kunden zu interagieren. 79 Prozent der Anlageberater gewinnen über diese Kanäle erfolgreich neue Kunden. Warum sollte das hierzulande anders werden? Wir sind uns sehr sicher: Der digitale Wandel wird auch in Deutschland das Vermögensmanagement erfassen und dramatisch verändern. Vermögensverwalter und Berater müssen Teil dieses Wandels sein.

Berater in sozialen Netzwerken

Eine der Herausforderungen ist es dabei, Inhalte in dieser digitalen Welt zur Verfügung zu stellen. Bei der Deutschen Asset Management ist dies an erster Stelle der quartalsweise veröffentlichte CIO-View von Chief Investment Officer Stefan Kreuzkamp, der die wichtigste Grundlage unserer Anlageentscheidungen ist. Dessen Inhalte transformieren wir in digitaltaugliche Formate und stellen ihn über eine Vielzahl von digitalen Kanälen zur Verfügung, zum Beispiel in Form von Podcasts, über Apps und in den sozialen Netzwerken. Aus einem kompakten, aber sehr umfangreichen Printdokument werden auf diese Weise 2-3 minütige Sequenzen, die bei Bedarf jederzeit und an jedem Ort, also auch im Kundengespräch, abgerufen werden können.

Was in diesem Zusammenhang häufig unterschätzt wird, ist die Bedeutung von Bildern und Filmen. YouTube ist heute nach Google die zweitwichtigste Suchmaschine im Internet und wird gerade bei edukativen Themen genutzt. Die Deutsche Asset Management hat deshalb ein breites Angebot an kurzen Videos zu aktuellen Marktthemen oder Produkten aufgebaut. Dies stellen wir auch unseren Vertriebspartnern zur Verfügung. Sie können über einen eigenen Whats-App-Kanal auf die digitalen Inhalte zugreifen. Sie helfen ihnen auch dabei, Anlageempfehlungen entsprechend den Anforderungen von Mifid II zu begründen und zu dokumentieren.