Vermögensverwalter erklärt 4 Gründe für ein Aktien-Spitzenjahrgang 2017

Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG

Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG

Anfang 2016, als der DAX auf 9.000 Punkte eingebrochen war, lehnten wir uns weit aus dem Fenster: In unserer Hauspublikation „Querdenker“ haben wir begründet, warum wir bis Ende 2016 einen DAX-Stand von 12.000 Punkten erwarten. Nun, einen Zuwachs um 3.000 Punkte (oder 33 Prozent!) hat das Leitbarometer nicht ganz geschafft, aber der Index sattelte immerhin satte 2.600 Zähler drauf. Auf jeden Fall waren wir dem Endstand von 11.600 Punkten mit unserer Prognose näher als die vielen Pessimisten, die 2016 zum Baisse-Jahr ausgerufen hatten.

These 1: Im DAX sind 14.000 Punkte drin

Auch für dieses Jahr sind wir positiv gestimmt und rechnen damit, dass der DAX im Laufe des Jahres die Marke von 14.000 Punkten reißt. Der US-Aktienmarkt sollte ebenfalls noch eine Weile stark bleiben und der marktbreite S&P 500 die Hürde von 2.500 Zählern nehmen. Es gibt gute Gründe für diesen Optimismus: Die führenden Wirtschaftsindikatoren weisen so gut wie in jeder Region der Welt klar nach oben. Zudem wuchs jüngst die Differenz zwischen den langen und kurzen Zinsen in den USA und in der Euro-Zone, was die Kreditvergabe ankurbelt. Das ist für die entwickelten Aktienmärkte prinzipiell ebenso gut wie der erstarkte Dollar. Alles in allem gehen wir davon aus, dass diese Gemengelage für weitere positive Überraschungen sorgen wird.

These 2: Europa-Aktien ziehen an US-Titeln vorbei

Welche Regionen und welche Sektoren werden 2017 besonders gut abschneiden? Aufgrund unserer Momentum-Strategien sehen wir, dass die US-Börsen derzeit noch stärker sind als der DAX und seine europäischen Freunde. Da Trends ein gewisses Beharrungsvermögen haben, dürfte sich diese Tendenz nicht von heute auf morgen umkehren, sondern erst im Laufe des Jahres. Schließlich brummt die Wirtschaft auch in Europa, wo Aktien deutlich günstiger bewertet sind. Wenn die Masse der Anleger das realisiert und Vertrauen fasst, wird viel Geld in Europa-Aktien fließen. Bei den Sektoren belegen Aktien aus den Sektoren Energie, Finanzen, Industrie und Technologie derzeit mit Abstand die vorderen Plätze. Wir gehen davon aus, dass die größten Renditebringer 2017 vorrangig aus diesen Bereichen kommen werden. Generell dürften unterbewertete Titel – sogenannte Value-Aktien – 2017 besser abschneiden als der Rest.

These 3: Nach diesem Aufschwung geht’s deutlich abwärts

Wir müssen hier aber auch Wasser in den Wein gießen. Denn der aktuelle Aufwärtsschub ist die fünfte und aus unserer Sicht letzte Phase des Aktienaufschwungs seit 2009. Damit dürfte dieser Aufwärtsschub maximal bis zum Jahr 2018 andauern – so lesen wir zumindest die langfristigen Charts der letzten Jahrzehnte. Daran sollte sich eine größere, eventuell mehrjährige Korrektur wie 1990 bis 1992 anschließen, bei der die Aktienindizes 20 bis 30 Prozent an Wert verlieren, bevor es kraftvoll nach oben gehen kann. Im übergeordneten Bild bleibt der Bullenmarkt aus unserer Sicht aber intakt – eine Baisse wie 2000 bis 2002 oder 2008 ist also nicht zu befürchten.

These 4: Trendfolge wird bald gute Dienste leisten

Auch wenn diese Korrektur noch Zukunftsmusik ist: Wichtig ist, dass Anleger im aktuellen Aufwärtsschub nicht der Euphorie verfallen, sondern einen kühlen Kopf bewahren. Eine hervorragende Methode, um einen Großteil des aktuellen Aufschwungs mitzunehmen und bei Schwäche frühzeitig auszusteigen, ist die von uns ebenfalls verwendete Trendfolge. Wir gehen davon aus, dass diese Methode Anlegern schon bald gute Dienste leisten wird, da sie sie vor großen Verlusten bewahrt. Ebenso sind wir davon überzeugt, dass viele Anleger davon nichts wissen wollen und bei einem DAX-Stand von 13.000 Zählern euphorisch werden und dann investieren wollen. Warum sollte es diesmal anders sein als in all den Jahrzehnten zuvor?