Vermögensverwalter erklärt einen Trend IT-Sicherheit - jährlicher Zuwachs von 9 Prozent erwartet

Christian Fischl, Geschäftsführer, Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH, München | © Getty Images

Christian Fischl, Geschäftsführer, Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH, München Foto: Getty Images

Die Vernetzung der Welt und das Internet of Things (IoT) schreiten unaufhaltsam voran. Maschinen sind mit Kommunikationsmodulen ausgestattet, um die Produktion zu optimieren. Autos werden in Zukunft Sensoren enthalten, um Sicherheit und Verkehrsfluss zu optimieren, bis hin zum autonomen Fahren. Krankheiten werden dank Daten aus der Cloud schneller und effektiver erkannt. Diese Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten.

Hacker-Attacken nehmen rasant zu. Der letzte globale Angriff wurde unter dem Trojanernamen WannaCry bekannt und richtete sich gegen 200.000 Systeme von 10.000 Organisationen in 150 Ländern. Die Erpresser-Software wird immer effektiver. Mittlerweile werden auf den gehackten Systemen wichtige Daten verschlüsselt oder geklaut. Wird das geforderte Lösegeld nicht bezahlt, werden die Daten gelöscht oder auf öffentlichen Servern bekannt gemacht. Bislang hielten sich die Folgen der Angriffe in Grenzen.
Deutlich dramatischer wäre es, wenn Hacker das Stromnetz eines Landes ausschalten, Bankkonten abräumen oder Versorgungswege kappen würden.

Schätzungen zufolge entstanden 2016 Schäden in Höhe von über 500 Milliarden Dollar. Bis 2019 sollen diese auf 2,6 Billionen ansteigen. Allein ein Ausfall der IT über mehr als zwei Tage kann ein Unternehmen substanziell in die Knie zwingen. Die Folgen liegen auf der Hand: Unternehmen und Organisationen werden die Ausgaben für IT-Sicherheit
substanziell erhöhen. Marktforscher prognostizieren bis 2020 einen jährlichen Zuwachs um knapp neun Prozent.

Die Profiteure dieser Entwicklung sind die bekannten IT-Sicherheitsfirmen, die Dienstleistungen und Produkte im Hard- und Softwarebereich für den präventiven Einsatz anbieten. Hauptsächlich konzentrieren sich diese Unternehmen auf Web-, Netzwerk- und Datensicherheit von Unternehmen, Behörden und Privatpersonen.

Sinn macht es, in Unternehmen zu investieren, die ihr Geschäftsmodell breit aufgestellt haben. Hier wird man vor allem in den USA fündig, aber auch der Blick nach Israel lohnt sich. Daneben bietet die Fonds- und Zertifikate-Branche passende Lösungen an. Hier sollten Anleger darauf achten, dass in einem Investmentkorb tatsächlich Unternehmen enthalten sind, die Cyber-Security als Kerngeschäft betreiben. Auch die Versicherer wittern gute Geschäfte. Schließlich kann eine einzelne Attacke nach Angaben des Rückversicherers Swiss Re Kosten von bis zu bis zu 750 Millionen Dollar verursachen. Schätzungen zufolge wird der Markt für Cyber-Versicherung in den nächsten Jahren um mindestens 15 Prozent jährlich wachsen.