Vermögensverwalter Hubert Thaler Wie geht es weiter mit Alphabet, Apple, Amazon und Co?

Ein Besucher informiert sich an einem Stand der Google-Messe I/O im kalifornischen Mountain View: Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat seinen Umsatz seit 2010 vervierfacht. | © Getty Images

Ein Besucher informiert sich an einem Stand der Google-Messe I/O im kalifornischen Mountain View: Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat seinen Umsatz seit 2010 vervierfacht. Foto: Getty Images

Hubert Thaler

Die Marktkapitalisierungen sind schon gigantisch. Apple, genauso wie Amazon oder Alphabet, sind jeweils mehr als zehnmal so viel wert wie die Schwergewichte des deutschen Leitindex Dax, Daimler, BASF oder Allianz.

Gewinne im zweistelligen Milliardenbereich erwartet

Während sich die Gewinnschätzungen für die genannten deutschen Aktien zwischen sechs bis zehn Milliarden Euro bewegen, werden für Google Gewinnschätzungen von unglaublichen 30 Milliarden Euro aufgerufen, für Apple sogar bis zu 50 Milliarden. Auch Facebook gehört zur Kategorie Gewinnchampion mit Gewinnschätzungen um die 20 Milliarden Euro.

Die Ausnahme hier ist Amazon, das wohl gerade einmal auf fünf Milliarden Euro kommen wird. Allerdings hat Amazon eine andere verdeckte Stärke: Während die Kunden gleich zahlen, erhalten die Händler oft den Kaufpreis via Amazon erst mit Verzögerung. Mit diesem konstanten Geldstrom lassen sich immer wieder neue „Moonshots“ verwirklichen, die gerade im Falle des Sprachassistenten Alexa auch wirklich gefruchtet haben dürften. Dennoch ist die Bewertung, ähnlich wie bei Netflix, schon recht ambitioniert für ein doch recht kompetitives Umfeld.

Facebook und Alphabet stechen hervor

Apple dagegen ist kaum teurer als die deutsche BASF. Dafür gibt es auch eine Vielzahl warnender Stimmen, die das Ökosystem von Apple gefährdet sehen und die Abhängigkeit des Konzerns von einem Produkt beklagen. Die Frage am Markt ist, ob Apple jemals ein ähnliches Schicksal erleiden kann wie Nokia. Das Team um Warren Buffett bei Berkshire Hathaway sieht darin keinen Grund zur Verunsicherung und kauft munter weiter Aktien.

In einer kombinierten Analyse von Wachstumspotenzial und aktueller Gewinnbewertung stechen vor allem Alphabet, aber auch Facebook hervor. Beide Gewinnmaschinen wachsen weiter deutlich. Alphabet den Umsatz mit wohl über 20 Prozent, Facebook werden sogar 40 Prozent Umsatzwachstum zugetraut.

Schwachstelle der Dax-Werte

Auch wenn die Abhängigkeit von Werbung durchaus zyklisch sein kann, so ist derzeit kaum vorstellbar, dass Produkte wie Facebook, Google, Youtube, Android, Instagram, Whatsapp und viele mehr jemals ersetzt werden können.

Und Wachstum ist auch die Achillesferse der deutschen Dax-Werte: Allianz und Daimler wären laut Analystenmeinungen schon froh, wenn sie den Umsatz vom Vorjahr halten können. Mit drastischen Folgen: Bei der Allianz liegt der Umsatz schon seit 2010 konstant bei circa 100 Milliarden Euro. Alphabet hat in derselben Zeit den Umsatz nahezu vervierfacht. Damit dürfte die Aktie sogar für zwei Kategorien von Anlegern interessant bleiben. Für wertorientierte Anleger genauso wie für Wachstumsinvestoren.