Vermögensverwalter klärt auf Die 5 größten Investment-Mythen - und was dahinter steckt

Die Deutsche Börse in Frankfurt: Passives Investieren in einen Index ist ein billiger Weg, um teure Aktien zu kaufen, meint TOBAM-Chef Yves Choueifaty. | © Getty Images

Die Deutsche Börse in Frankfurt: Passives Investieren in einen Index ist ein billiger Weg, um teure Aktien zu kaufen, meint TOBAM-Chef Yves Choueifaty. Foto: Getty Images

1. "Wenn Du nicht vorhersagen kannst, geh‘ passiv"

Es ist allgemein bekannt, dass Passives Management - die Nachbildung marktkapitalisierterungsgewichteter Indizes – „neutral“ ist, und dies einen „neutralen“ und gut diversifizierten Zugang zur Risikoprämie bietet.

Das ist (leider) nicht der Fall. Das Investment in eine kapitalisierungsgewichtete Benchmark bedeutet, ein Portfolio zu kaufen, das sehr konzentriert und spekulativ ist. Dabei wird ein größeres Indexgewicht von Aktien oder Faktoren vorgenommen, wenn diese im Wert gestiegen sind und weniger, nachdem sie billiger wurden. Diese Benchmarks prognostizieren, dass die Erfolge der Vergangenheit Erfolge der Zukunft sein werden.

Dies führt uns zu einem zweiten Missverständnis, dass nämlich passives im Gegensatz zu aktivem Investieren viel „billiger“ sei. Das Investment in marktkapitalisierungsgewichtete Benchmarks zerstört letztlich Vermögen für Investoren und betont dabei den spekulativen Aspekt der Marktpreisbildung. Während „billig“ vielleicht in Bezug auf Gebühren gilt, ist passives Investieren recht „teuer“ in Bezug auf die Portfolio-Effizienz. Passiv ist ein billiger Weg, um teure Aktien zu kaufen.