Vermögensverwalter Rolf Ehlhardt Darum hat Silber mehr Aufwärts-Potenzial als Gold

Besucherin einer stillgelegten Silbermine im ostfranzösischen Sainte-Marie-aux-Mines.  | © Getty Images

Besucherin einer stillgelegten Silbermine im ostfranzösischen Sainte-Marie-aux-Mines. Foto: Getty Images

Rolf Ehlhardt

In der Vergangenheit habe ich bereits häufiger einen bis zu 20-prozentigen Edelmetallanteil im Portfolio empfohlen. Ein Teil davon sollte auch in Silber angelegt werden. Das „Gold des kleinen Mannes“ ist im Vergleich zu vielen anderen Sachwerten als „preiswert“ zu bezeichnen.

Zunächst meine Begründungen für den Kauf von Edelmetallen. Grund Nr. 1 ist das Thema Verschuldung: Laut Berechnung des IIF (Institute of International Finance) ist der weltweite Schuldenberg auf den Rekordwert von 237 Billionen US-Dollar gestiegen. Der Wert hat sich in nur zwei Jahrzehnten somit verdreifacht. Das sind durchschnittlich 15 Prozent im Jahr oder bei Berücksichtigung des Zinseszinseffektes fast sechs Prozent jährlich.

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Also in jedem Jahr höher als das Wachstum. Der Anstieg verteilt sich auf alle wesentlichen Volkswirtschaften der Schwellenländer und der westlichen Welt. Aber auch Kredithöchststände bei den Privaten. So in den USA für Kreditkarten-Verbindlichkeiten, den Studentenkrediten, den Autofinanzierungen und den Lombarden (auf Kredit gekaufte Aktien). Aber auch bei den Firmenbonds türmt sich ein Berg von über 25 Billionen, von denen, wie Conren Research berichtet, in den kommenden drei Jahren 43 Prozent fällig werden.

Wer soll das bezahlen?

Die Refinanzierung hat sich aber im vergangen Jahr von 1,45 Prozent auf drei Porzent mehr als verdoppelt. Für High-Yield-Anleihen könnte dies problematisch werden. Auch für die vier größten USA-Banken, die 171 Billionen an Derivaten vor sich her schieben. Bei europäischen Banken türmen sich etwa eine Billion an faulen Krediten. Vor diesen Hintergründen erscheint eine „Zinswende“ für alle unbezahlbar und wäre damit sogar gefährlich.

Die Politik und die Notenbanken werden immer mehr unglaubwürdig. So gibt es inzwischen fast keine Richtlinie von Maastricht, die nicht gebrochen wurde. Es ist zwar „juristisch nicht nachweisbar“, aber jeder weiß, dass die EZB mit der Druckerpresse verbotenerweise Staatsfinanzierungen betreibt. Als Folge werden Reformen weiter verschoben. Im Euro läuft die Transferunion bereits durch Hintertüren. Unser Target-2-Saldo liegt bei fast einer Billion, gleiche Größenordnungen für ESM und EFST. Weitere „Rettungstöpfe“ sind in Planung. Wer soll das (zurück-)bezahlen ....? Deutsche Sparer, seid auf der Hut!

Die derzeitigen geopolitischen Entwicklungen sind auch keine Beruhigungspillen, zumal Sanktionen mittlerweile auch für nicht nachgewiesene Vergehen ausgesprochen werden (Unschuldsvermutung ist ein Grundpfeiler unseres Rechtsstaates!!) und sogar Raketenangriffe erfolgen. Aber die Bösen sind immer die anderen. Auf jeden Fall ist es natürlich der Putin.