Vermögensverwalter Thomas Buckard „Die Herbstrally bleibt im Schwung“

Thomas Buckard, Vorstand von Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF), sieht vorerst kein Ende der Aktienhausse. | © MPF

Thomas Buckard, Vorstand von Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen (MPF), sieht vorerst kein Ende der Aktienhausse. Foto: MPF

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Der VDax-New notiert nur noch bei rund zwölf Punkten. Der Volatilitätsindex misst anhand der Dax-Optionen die an den Terminmärkten erwarteten Schwankungen für die nächsten 30 Tage. Da Börsianer Volatilitäten vor allem als Risiken interpretieren, bedeutet ein niedriger Indexwert, dass sich die Anleger nur wenig Sorgen machen. Derzeit notiert der VDax-New historisch niedrig. Im Mittel der letzten Jahre bewegte er sich lange deutlich über 20, in Spitzenzeiten von Lehman, Griechenland & Co. sogar bis 60. Ähnliches gilt für das US-Pendant VIX. Auch hier herrscht unter den Anlegern vor allem eines: Sorglosigkeit.

Ob dieses mangelnde Risikobewusstsein angesichts des Konflikts mit Nordkorea, der Absetzbewegungen Kataloniens oder einer wahrscheinlichen weiteren Zinserhöhung in den USA gerechtfertigt ist, spielt eigentlich keine Rolle. Entscheidend ist: Die Anleger scheinen sich derzeit durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen.

Ideales Umfeld für Aktien

Gleichzeitig schwimmen die internationalen Finanzmärkte in Geld. Allein die Bilanzsummen der Europäischen Zentralbank EZB und der amerikanischen Fed summieren sich auf mehr als 8.000 Milliarden Euro. Mit diesem in den Finanzmärkten zirkulierenden Geld ließen sich alle 30 Dax-Konzerne Deutschlands mehr als sechseinhalb Mal kaufen. Die Bilanzsummen der Bank of Japan und anderer Notenbanken sind bei dieser Rechnung noch nicht einmal berücksichtigt. Trotz der extrem hohen Liquidität bewegt sich die Inflation auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig wachsen die Volkswirtschaften moderat, nicht zu viel und nicht zu wenig – also ein ideales Umfeld für Aktien.

Das einzige, was die Börsianer derzeit monieren, ist der unerwartet kräftige Anstieg des Euros zum US-Dollar. Nachdem zu Jahresanfang die Parität in greifbare Nähe gerückt war, mussten in der Spitze über 1,22 US-Dollar aufgewendet werden, um einen Euro zu erwerben. Und das, obwohl die Leitzinsen und die Zinsen an den Kapitalmärkten in den USA deutlich höher sind als in Europa, was im Normalfall die Währung attraktiv macht.