Vermögensverwalter über Active Share „Die Bafin sollte sich um sinnvollere Projekte kümmern“

Diana Lange

Diana Lange

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DAS INVESTMENT.com: Indexnahe Fonds, die als aktiv gemanagt deklariert werden: Nur ein Randphänomen, oder stoßen Sie in Ihrer täglichen Arbeit häufig auf solche Produkte?

Diana Lange: Sehr viele Strategien haben einen festen „Benchmark-Bezug“ und messen sich an einem definierten Vergleichsmaßstab. Für die Manager ist es sehr viel leichter, die erzielte Performance zu diskutieren, wenn diese einen relativen Bezug herstellen können. Ja, es gibt in der Tat sehr viele indexnahe Fonds.

Wie stark achten Sie auf Kennzahlen wie Activ Share, wenn Sie Fonds für Ihre Mandanten auswählen?

Lange: Activ Share ist weitestgehend noch eine sehr unbekannte Kennzahl, die häufig auch noch gar nicht bei jedem Fonds ausgewiesen wird. Sie gibt zwar Auskunft über den aktiven Grad des Portfoliomanagers zur Benchmark, aber seien wir doch einmal ehrlich: Den Kunden interessiert letztendlich nur die erreichte Rendite und diese bitte nach Möglichkeit unter wenigen Schwankungen! Keiner unserer Kunden würde nach der aktiven Tätigkeit eines Managers fragen. Ein Kunde fragt ggf. einmal sensibel nach den Gebühren eines aktiven zum passiven Fonds (ETF) und auch hier: Die Renditen berücksichtigen bereits den netto erwirtschafteten Mehrertrag. Wenn ein aktiver Fonds hier nicht besser ist als sein passives Pedant, hat er unseres Erachtens nach keine „Existenzberechtigung“.

Wir berücksichtigen eher die Kennzahl Tracking Error als Abweichung zur Benchmark und bevorzugen damit auch einmal Produkte, die bewusst abweichen können und es auch tun. Diese Kennzahl bezieht auch die Schwankungsbreite eines Fonds mit ein. Wir haben überwiegend risikoaverse Kunden, die gerne einen sehr schwankungsarmen Verlauf ihrer positiven Performanceentwicklung sehen.