Vermögensverwalter über Finanzrichtlinie, Teil 2 „Diese Mifid-II-Bestimmung ist aus Vermögensverwalter-Sicht Nonsens“

Sascha Anspichler, geschäftsführender Gesellschafter bei FP Asset Management

Sascha Anspichler, geschäftsführender Gesellschafter bei FP Asset Management

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DAS INVESTMENT.com: Herr Anspichler, warten Sie ab, bis Konkretes zur Mifid-II-Umsetzung in deutsches Recht bekannt wird, oder bereiten Sie sich jetzt schon auf Mifid II vor?

Sascha Anspichler: Wir setzen uns bereits seit längerer Zeit intensiv mit Mifid II auseinander und sind gut vorbereitet. Bis zum letzten Tag abzuwarten und dann nur zu reagieren anstatt zu agieren, zahlt sich selten aus.

Und was unternehmen Sie konkret?

Anspichler: Wir stehen in ständigem Austausch mit Kapitalanlagegesellschaften, Fondsmanagern und anderen Vermögensverwaltern, um die Auswirkungen von Mifid II auf die Geschäftsprozesse besser einschätzen zu können und stellen fest, dass die Mifid II Kriterien heute noch sehr unterschiedlich interpretiert werden.

Als Honoraranlageberatungsinstitut stehen wir den neuen Transparenzvorschriften und den neuen Vorschriften bezüglich strukturierter Abläufe im Portfoliomanagement sehr positiv gegenüber und müssen keine zu großen Veränderungen vornehmen. Ich befürchte jedoch, dass einige Vermögensverwalter und Finanzberater von der Härte der Kriterien überrannt werden und dass es hier und da Zusammenschlüsse von Beratungseinheiten geben wird. Erste Entwicklungen diesbezüglich sind bereits zu beobachten.

Aus unserer Sicht bedeutet Mifid III nichts anderes, als die eigene Dienstleistung transparent beziehungsweise sichtbar zu machen und Interessenskonflikte möglichst gering zu halten. Sollte dies nicht ohnehin das Interesse von uns und unseren Anlegern sein?