Vermögensverwalter über Öl Darum scheint die 100-Dollar-Marke außer Reichweite

Uwe Zimmer ist Vorstand der Vermögensverwaltung von Meridio.

Uwe Zimmer ist Vorstand der Vermögensverwaltung von Meridio.

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Der Ölpreis hatte sich nach dem freien Fall der vergangenen Monate wieder etwas gefangen. Unter anderem die Aussicht auf Lieferkürzungen, die von Ölproduzenten wie Russland und einigen Golfstaaten genährt wurden, hatte dazu beigetragen. Doch dann trafen sie sich, unterhielten sich, aber einigten sich nicht. Die Opec schickte den Ölpreis mit ihrer Uneinigkeit weiter in den Keller. Und daraus wird er sich in den kommenden Monaten nicht befreien können.

Das Problem besteht nicht nur in der Uneinigkeit der Opec

Der Ölpreis wird bestimmt von der Situation der Weltwirtschaft, der Haushaltslage in den Förderländern und immer stärker durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien. Die Weltwirtschaft zeigt sich derzeit zwar solide, ein wirklich stark expansiver Wachstumspfad ist aber nicht zu sehen. Zwar halten sich positive wie negative Indikatoren in etwa die Waage, vielleicht überwiegen sogar die positiven Zahlen. Allerdings reicht das nicht, um einen Nachfrageboom nach Öl auszulösen. Und nur ein solcher könnte die zusätzlichen Mengen an Öl nicht nur aufnehmen, sondern sogar für preistreibende Knappheit sorgen.

Der fallende Ölpreis ist ein negativer Triebmotor

Der niedrige Ölpreis macht es den Förderländern immer schwerer, ihre Haushalte auszugleichen. Sie müssen teilweise bereits an die in den Jahren teuren Öls gesammelten Rücklagen heran. Da halten sich die Golfstaaten und Saudi Arabien noch recht gut. Venezuela etwa oder Russland aber brauchten in den vergangenen Jahren jeden Öl-Dollar, um im Inland die Wirtschaft umzubauen oder zu stützen. Hier gibt es kaum Rücklagen, der einzige Weg zu wenigstens einigermaßen gleichbleibenden Einnahmen ist es, mehr Öl zu fördern. Was wiederum den Preis drückt und so weiter und so fort – eine Abwärtsspirale.