Vermögensverwalter Uwe Zimmer Mit dem Dollar geht‘s zu Ende

Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Fundamental Capital GmbH in Willich. | © Fundamental Capital

Uwe Zimmer ist Geschäftsführer der Fundamental Capital GmbH in Willich. Foto: Fundamental Capital

Einer der guten Gründe ist natürlich Donald Trump. Mit einem Säbelrasseln löst er Krisen aus, mit einem Tweet beerdigt er sie wieder. Die Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten ist den Märkten ein Gräuel. Ein schwacher Trump schwächt den Dollar? Das wäre zu einfach, vor allem weil doch einige der Gründe, die für einen stärkeren Dollar sprechen, durchaus auf das Handeln Trumps zurückzuführen sind.

So hat er mit seiner Steuerreform die heimische Wirtschaft nennenswert angekurbelt und sein protektionistisches Credo von America first sollte US-Unternehmen eher nutzen als schaden. Und auch wenn die mexikanische Mauer noch lange nicht gebaut ist: Ein verlockender Konjunkturimpuls geht davon immer noch aus. Die US-Unternehmen stehen also eigentlich gut da, was dem Dollar Auftrieb verleihen sollte.

"USA genießen kein Vertrauen mehr"

Und doch ist das es unberechenbare Handeln Donald Trumps, das den Märkten die Lust am Dollar nimmt. Zumindest teilweise, denn obwohl es viele positive Signale gibt, bleibt das Weiße Haus ein Unsicherheitsfaktor. Wenn eine Krise groß genug wird, als dass sie durch einen abschwächenden Tweet wieder zu heilen wäre, will niemand zu viele Dollar haben.
Dabei wäre das durchaus interessant. Denn die Zinsen in den USA steigen bereits seit einiger Zeit wieder. Selbst auf kurzfristige Einlagen gibt es wieder Zinsen, anders als in Europa oder Japan, wo der Null- oder Negativzins herrscht. Das sollte dazu führen, dass mehr Investoren ihr Geld in US-Papiere stecken, also Dollar kaufen müssen. Zudem werden Gewinne in die USA zurückgeholt, dafür sorgt die Steuerreform. Dies schürt die Nachfrage nach Dollars.

Eine gut laufende Konjunktur, eine Steuerreform, die steigenden Zinsen: Was braucht es mehr, um den Dollar zu mögen? Die Antwort ist: Sicherheit und Vertrauen. Zumindest um als Krisenwährung wieder ernst genommen zu werden. Früher war es die Hoffnung der freien Welt, dass selbst wenn alles schiefgeht, die USA letztlich als Fels in der Brandung stehen und alle aufnehmen würden. Dieses Vertrauen ist dahin. Die USA scheinen als Weltmacht wankelmütig und angeschlagen, als Wirtschaftsmacht zwar noch groß, aber auf dem absteigenden Ast.

China wird in vielen Teilen der Welt viel mehr als Schutzmacht wahrgenommen. Und da China gleichzeitig der größte Auslandsgläubiger der USA ist, verfügt das Land über einiges an Druckpotenzial. Zwar setzt derzeit noch niemand ernsthaft auf den Renminbi als Krisenwährung. Aber einen gewissen Anteil legen sich manche Investoren doch zu. Zulasten des Dollars.