Vermögensverwalter Wie lange der Immobilienboom noch anhält ist ungewiss

Sascha Anspichler ist geschäftsführender Gesellschafter bei der FP Asset Management in Freiburg.

Sascha Anspichler ist geschäftsführender Gesellschafter bei der FP Asset Management in Freiburg.

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Die Angst vor dem Zusammenbruch der Finanzmarktstabilität in Europa scheint groß zu sein. Ein neuer Anlauf, gegen deflationäre Tendenzen anzukämpfen, scheint daher ausgemacht. Dieser Anlauf soll – anders als bisher – zusätzlich über Konjunkturprogramme und gegebenenfalls über fiskalische Anreize in den einzelnen Staaten genommen werden. Effizienz steigernde Strukturreformen wurden vom Notenbankchef Mario Draghi bereits im Sommer 2015 gefordert. Mit dieser Forderung hat Draghi die Uhren bereits damals verbal auf Reflation gestellt.

Folgen die Staaten dieser Forderung, stünde nicht nur eine auf Inflation ausgerichtete Politik im Vordergrund. Andere Grundziele, wie beispielsweise ein ausgeglichener Staatshaushalt, würden die Staaten dem übergeordneten Inflationsziel unterordnen.

Aus kurzfristigen Überlegungen heraus scheint eine Reflationspolitik geboten. Denn mit dem Immobilienmarkt droht einer der tragenden Säulen unseres Wirtschaftswachstums die Puste auszugehen. Über viele Jahre hinweg waren fallenden Zinsen der Haupttreibstoff für den Immobilienboom. Dieser Treibstoff dürfte zukünftig weniger zünden, da im besten Fall noch mit geringen Zinssenkungen gerechnet werden darf.